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1. Executive Summary: Eine asymmetrische Investitionschance
Die
vorliegende Analyse widmet sich der q.beyond AG, einem der profiliertesten
IT-Service-Provider für den deutschen Mittelstand. Zum Zeitpunkt dieser
Untersuchung im Januar 2026 befindet sich das Unternehmen an einem
entscheidenden Inflektionspunkt, der von den Kapitalmärkten bisher nur
unzureichend antizipiert wurde. Nach einer Phase der umfassenden
Restrukturierung unter dem Strategieprogramm „One q.beyond“ liefert das
Unternehmen den operativen Beweis für den erfolgreichen Turnaround.
Die
Analyse der Finanzdaten zum dritten Quartal 2025 und der Prognose für das
Gesamtjahr offenbart eine signifikante Diskrepanz zwischen dem fundamentalen
Wert des Unternehmens und seiner aktuellen Börsenbewertung. Während q.beyond
operativ in die Gewinnzone zurückgekehrt ist und eine Nettoliquidität aufweist,
die beinahe die Hälfte der Marktkapitalisierung abdeckt, handelt die Aktie
weiterhin auf dem Niveau eines Sanierungsfalls.
Kernthesen
der Analyse:
- Erfolgreicher Turnaround: Mit einem EBITDA
von 3,0 Mio. € im Q3 2025 (Vorjahr: 2,2 Mio. €) und der Rückkehr zu einem
positiven Konzernergebnis hat q.beyond die Talsohle durchschritten. Die
Strategie, unprofitables Umsatzwachstum zugunsten von Margenqualität
aufzugeben, trägt Früchte.
- Sovereign Cloud als Burggraben: Entgegen der
Wahrnehmung als reiner Reseller positioniert sich q.beyond durch das BSI
C5-Testat als Premium-Anbieter für souveräne Cloud-Lösungen. In einer
geopolitisch unsicheren Welt ist die garantierte Datenhaltung in
Deutschland ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber
US-Hyperscalern.
- Bilanzielle Festung: Das Unternehmen ist
schuldenfrei und verfügte zum 30. September 2025 über eine Nettoliquidität
von 41,3 Mio. €. Dies entspricht bei einem Aktienkurs von ca. 0,73 € rund
0,33 € Cash pro Aktie – ein massiver Sicherheitspuffer („Margin of
Safety“).
- Katalysator Kapitalmaßnahme: Die für den 30.
Januar 2026 einberufene außerordentliche Hauptversammlung (HV) markiert
den Beginn einer neuen Ära der Shareholder Value Creation. Die geplante
Kapitalherabsetzung bereinigt die Bilanz technisch und ermöglicht ab 2026
Aktienrückkäufe sowie ab 2027 Dividendenzahlungen.
Diese
Analyse kommt zu dem Schluss, dass q.beyond als „High Conviction Buy“ einzustufen
ist. Die Kombination aus extrem niedriger Bewertung (EV/EBITDA 2026e < 3x),
operativer Profitabilität und bevorstehenden Kapitalrückführungen bietet ein
asymmetrisches Chance-Risiko-Profil, das im aktuellen Marktumfeld selten zu
finden ist.
2.
Makroökonomisches Umfeld und Sektortrends
Um das
Potenzial von q.beyond korrekt einzuordnen, ist ein Verständnis der
spezifischen Herausforderungen des deutschen Mittelstands (SME) im Jahr 2026
unerlässlich. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer tiefgreifenden
Transformation, die durch Rezessionstendenzen und regulatorischen Druck geprägt
ist.
2.1
Der Digitalisierungszwang des Mittelstands
Der
deutsche Mittelstand, traditionell das Rückgrat der Wirtschaft, steht unter
enormem Druck. Hohe Energiekosten und Fachkräftemangel zwingen Unternehmen zur
Effizienzsteigerung durch Digitalisierung. Es geht nicht mehr um experimentelle
Projekte, sondern um das Überleben durch Automatisierung und
Prozessoptimierung.
q.beyond
adressiert genau diesen Bedarf. Als „One-Stop-Shop“ für Unternehmen mit 500 bis
5.000 Mitarbeitern füllt q.beyond die Lücke zwischen lokalen Systemhäusern (die
oft technologisch überfordert sind) und globalen Systemintegratoren wie
Accenture (für die der Mittelstand oft zu klein ist).
2.2
Regulatorik als Wachstumstreiber: NIS-2 und DSGVO
Ein
wesentlicher externer Treiber für das Geschäftsmodell von q.beyond ist die
Verschärfung der IT-Sicherheitsgesetze. Die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie
(Network and Information Security) der EU hat den Kreis der Unternehmen, die
strenge Cybersicherheitsstandards nachweisen müssen, massiv erweitert. Viele
mittelständische Unternehmen können diese Anforderungen intern nicht mehr
abbilden. Der Betrieb eines eigenen Security Operations Center (SOC) im
24/7-Modus ist personell und finanziell kaum darstellbar. Die Auslagerung an
zertifizierte Dienstleister wie q.beyond ist daher oft die einzige ökonomisch
sinnvolle Option. Das kürzlich erhaltene C5-Testat des BSI ist in diesem
Kontext nicht nur eine Urkunde, sondern eine vertriebliche Lizenz zum
Gelddrucken in regulierten Branchen.
2.3
Der Trend zur Hybrid Cloud
Der Markt
hat sich von der Vorstellung einer reinen „Public Cloud Only“-Welt
verabschiedet. Die Realität im Jahr 2026 ist hybrid. Unternehmen nutzen
Microsoft Azure oder AWS für skalierbare Front-End-Anwendungen, behalten aber
kritische Kernsysteme (Legacy ERP, Produktionsdaten) in Private Clouds oder
On-Premise-Umgebungen.
q.beyond
positioniert sich hier als Orchestrator. Die Kompetenz liegt nicht nur im
Betrieb einer Plattform, sondern in der Integration verschiedener Welten. Dies
bindet Kunden langfristig, da die Komplexität der Schnittstellen einen
Anbieterwechsel erschwert (hoher Lock-in-Effekt).
3.
Analyse des Geschäftsmodells: „One q.beyond“
Das
Geschäftsmodell der q.beyond AG wurde in den letzten 24 Monaten unter der
Strategie „One q.beyond“ signifikant geschärft. Historisch gewachsene Silos
wurden aufgebrochen, um Kunden ganzheitlich zu bedienen und
Cross-Selling-Potenziale zu heben.
3.1
Segmentberichterstattung und Ertragsmechanik
q.beyond
berichtet in zwei primären Segmenten, die unterschiedliche ökonomische
Charakteristika aufweisen, sich aber synergetisch ergänzen.
|
Segment |
Umsatzanteil
(9M 2025) |
Charakteristik |
Bruttomarge
(Trend) |
|
Managed
Services |
ca. 66
% (89,1 Mio. €) |
Wiederkehrende
Umsätze (Recurring), lange Verträge (3-5 Jahre), hohe Vorhersehbarkeit. |
Hoch
& Stabil (~20-22 %) |
|
Consulting |
ca. 34
% (45,3 Mio. €) |
Projektbasiert,
volatiler, aber entscheidend für Neukundengewinnung und Transformation. |
Steigend
(von 8 % auf >14 %) |
Managed
Services (Die Cash Cow): Dieses Segment umfasst den Betrieb von IT-Infrastrukturen,
Cloud-Plattformen und Arbeitsplatzlösungen (Workplace-as-a-Service). Der Umsatz
in diesem Bereich ging in den ersten neun Monaten 2025 leicht auf 89,1 Mio. €
zurück (Vorjahr: 99,5 Mio. €). Dieser Rückgang ist jedoch primär auf die
bewusste Bereinigung unprofitabler Verträge und das Auslaufen margenschwacher
Hardware-Reselling-Geschäfte zurückzuführen. Die Qualität der verbleibenden
Umsätze ist signifikant höher, was sich in der stabilen Bruttomarge
widerspiegelt.
Consulting
(Der Wachstumsmotor):
Hier bündelt q.beyond die Beratungskompetenz rund um SAP S/4HANA,
Microsoft-Technologien und Softwareentwicklung. Der Umsatz stieg in den ersten
neun Monaten 2025 auf 45,3 Mio. € (Vorjahr: 41,9 Mio. €). Bemerkenswert ist die
Margenexplosion: Die Bruttomarge im Consulting verdoppelte sich fast von ca.
7-8 % im Vorjahr auf über 14 % in Q1 2025. Treibende Kraft hinter dieser
Verbesserung ist die optimierte Auslastung (Utilization) und der verstärkte
Einsatz von Nearshoring-Ressourcen. q.beyond baut Kapazitäten in
kostengünstigeren Standorten (z.B. Lettland, Spanien, Indien) auf, um dem
deutschen Fachkräftemangel zu begegnen und die Blended Rates
(Durchschnittsstundensätze) zu optimieren.
3.2
Die „One q.beyond“ Effizienzstrategie
Unter CEO
Thies Rixen wurde das Unternehmen kulturell und operativ transformiert. „One
q.beyond“ bedeutet den Abschied von der Holding-Struktur mit weitgehend
autonomen Töchtern hin zu einem integrierten Konzern.
- Vertrieb: Einheitlicher Go-to-Market-Ansatz.
Ein Managed-Services-Kunde wird aktiv auf SAP-Transformationen
angesprochen und umgekehrt.
- Verwaltung: Zusammenlegung von HR, Finance
und Marketing führte zu sinkenden SG&A-Kosten (Selling, General &
Administrative Expenses).
- Technologie: Vereinheitlichung der internen
Tool-Landschaft und Nutzung von KI zur Automatisierung von
Standardprozessen im Service Desk.
4.
Deep Dive: Deutsche Data Center und die Cloud-Strategie
Ein
zentraler Bestandteil der Investmentthese – und oft ein Missverständnis bei
Investoren – ist die Positionierung von q.beyond im Rechenzentrumsmarkt. Um den
wahren Wert des Unternehmens zu verstehen, muss man die Transformation vom
Infrastruktur-Besitzer zum Service-Orchestrator nachvollziehen.
4.1
Historie: Vom Eigentümer zum Mieter (Asset-Light Pivot)
Historisch
betrieb q.beyond (damals QSC AG) eine umfangreiche eigene Infrastruktur,
inklusive eines eigenen DSL-Netzes und mehrerer Rechenzentren. Dies war mit
hohen Kapitalbindungen (CAPEX) und Abschreibungen verbunden. Im Jahr 2021 traf
das Management die weitsichtige Entscheidung, die Colocation-Tochter IP
Exchange GmbH zu verkaufen. Der Verkaufserlös von ca. 44 Mio. € stärkte die
Bilanz massiv und markierte den Übergang zum Asset-Light-Modell. Wichtig für
Investoren: q.beyond besitzt heute keine
"Beton-Gold"-Rechenzentren mehr im großen Stil. Das Unternehmen
mietet stattdessen hochmoderne Flächen (Cages/Racks) bei großen
Colocation-Anbietern an oder nutzt die Kapazitäten der Hyperscaler.
4.2
Warum der Verkauf strategisch brillant war
Der
Betrieb von Rechenzentren ist ein Skalengeschäft ("Game of Scale").
Gegen Giganten wie Equinix, Digital Realty oder CyrusOne, die Milliarden in
neue Facilities investieren, kann ein mittelständischer Player langfristig bei
der Energieeffizienz (PUE-Werte) und den Baukosten nicht mithalten.
Durch den
Verkauf hat sich q.beyond von der Commodity (Strom, Kühlung, Fläche)
getrennt und sich auf den Value-Add (Management, Sicherheit, Betrieb)
fokussiert. Dies verbessert strukturell den Return on Invested Capital (ROIC),
da kein Kapital mehr in Gebäuden gebunden ist.
4.3
Die „Sovereign Cloud“: Wertschöpfung ohne Beton
Trotz des
Verkaufs der IP Exchange ist q.beyond für seine Kunden weiterhin der
"Rechenzentrums-Provider". Der Kunde sieht nicht, wem das Gebäude
gehört; er sieht den Service-Level-Agreement (SLA) und den Vertragspartner
q.beyond. Hier kommt das BSI C5-Testat ins Spiel. Diese Zertifizierung
ist extrem aufwendig und bescheinigt q.beyond, dass seine Cloud-Prozesse (egal
in welchem physischen Rechenzentrum sie laufen) den höchsten deutschen
Sicherheitsstandards entsprechen.
Das
Angebotsspektrum umfasst:
- Private Cloud: Dedizierte Server für Kunden,
die maximale Isolation benötigen (z.B. Banken, Versicherungen). Diese
laufen in den von q.beyond angemieteten, zertifizierten Zonen in deutschen
Rechenzentren (Standorte wie München, Nürnberg, Hamburg).
- Managed Colocation: q.beyond verwaltet die
Hardware des Kunden. Der Kunde bringt seine Server, q.beyond kümmert sich
um Vernetzung, Sicherheit und 24/7-Monitoring. Die ISG-Studie 2025
bestätigte q.beyond als „Leader“ in diesem Segment.
- Hybrid Cloud Orchestration: q.beyond
verbindet die Private Cloud via direkter Glasfaser (Direct Connect) mit
AWS oder Azure.
Fazit
Data Center:
q.beyond ist kein Immobilienunternehmen mehr, sondern ein Tech-Dienstleister.
Dies rechtfertigt langfristig deutlich höhere Bewertungsmultiples als bei
reinen Colocation-Anbietern, da Software- und Service-Umsätze besser skalieren
als Quadratmetervermietung.
5.
Finanzanalyse: Der Weg in die nachhaltige Profitabilität
Die
Finanzzahlen des Jahres 2025 markieren den erfolgreichen Abschluss der
Restrukturierung. Wir analysieren die Kennzahlen im Detail, um die
Nachhaltigkeit dieser Wende zu prüfen und die Qualität der Erträge zu
validieren.
5.1
Umsatzentwicklung: "Shrinking to Greatness"
In den
ersten neun Monaten 2025 (9M 2025) fiel der Umsatz auf 134,4 Mio. € (9M 2024:
141,4 Mio. €). Auf den ersten Blick ein Warnsignal, bei genauerer Betrachtung
jedoch ein Qualitätsmerkmal.
- Bereinigung: q.beyond hat sich von Umsätzen
getrennt, die keinen Deckungsbeitrag lieferten. Im Managed Service Segment
sank der Umsatz um ca. 10 Mio. € (von 99,5 auf 89,1 Mio. €).
- Margeneffekt: Trotz des Umsatzrückgangs
blieb der Gross Profit im Managed Service Segment fast stabil bzw.
die Marge verbesserte sich relativ. Das Unternehmen muss nun weniger
Umsatz "erkaufen", was den Working Capital Bedarf senkt und die
Liquidität schont.
5.2
Ertragskraft (EBITDA & Net Income)
Die
Profitabilitätskennzahlen zeigen eine beeindruckende Entkopplung vom
Umsatztrend („Operational Gearing“):
- EBITDA 9M 2025: Anstieg auf 8,1 Mio. €
(Vorjahr: 6,4 Mio. €).
- EBITDA Q3 2025: Sprung auf 3,0 Mio. €
(Vorjahr: 2,2 Mio. €) bei einer Marge von ca. 6,9 %.
- Konzernergebnis Q3 2025: Positiv mit 0,5
Mio. € (Vorjahr: -0,9 Mio. €).
- Ursachenanalyse: Die Bruttomargen steigen
(Consulting >14 %, Managed Services >20 %), während die
Fixkostenbasis (Personal in Verwaltung, Marketingkosten) durch das „One
q.beyond“-Programm straffer gemanagt wird.
Die
folgende Tabelle illustriert die positive Scherenentwicklung zwischen Umsatz
und Ertrag:
|
Kennzahl
(in Mio. €) |
Q3
2024 |
Q3
2025 |
Veränderung |
|
Umsatz |
47,0 |
43,6 |
-7,2 % |
|
Bruttoergebnis |
7,6 |
7,3 |
-3,9 % |
|
EBITDA |
2,2 |
3,0 |
+36,4
% |
|
Konzernergebnis |
-0,9 |
0,5 |
n.a.
(Turnaround) |
|
Free
Cash Flow |
1,0 |
1,7 |
+70,0
% |
5.3
Cashflow und Liquidität
Die wohl
stärkste Säule der Investmentthese ist die Cash-Generierung.
- Free Cash Flow (FCF): In 9M 2025 wurde ein
positiver FCF von 3,6 Mio. € erwirtschaftet (Vorjahr: 2,4 Mio. €). Das
Unternehmen verbrennt kein Geld mehr, sondern generiert Cash aus dem
operativen Geschäft.
- Nettoliquidität: Zum 30.09.2025 lagen 41,3
Mio. € Cash auf der Bank.
- Implikation: In einem Umfeld, in dem viele
Small Caps Kapitalerhöhungen zu ruinösen Konditionen durchführen müssen,
kann q.beyond aus eigener Kraft agieren. Die "Cash Burn"-Rate
ist negativ (d.h. Cash-Build).
6.
Bilanzanalyse und Capital Allocation: Der Gamechanger 2026
Die
Meldung vom 12. Dezember 2025 über die geplante Kapitalherabsetzung ist der
wichtigste kurzfristige Katalysator für die Aktie. Viele Privatanleger
verstehen die Mechanik nicht vollständig, weshalb sie hier detailliert
erläutert wird.
6.1
Das Problem: Der Bilanzverlust
Nach
deutschem Handelsrecht (HGB) und Aktienrecht (AktG) darf eine
Aktiengesellschaft nur dann Dividenden ausschütten oder Aktien zurückkaufen,
wenn die Bilanz einen „Bilanzgewinn“ ausweist.
q.beyond
hat – bedingt durch Verluste in der Vergangenheit (Aufbaujahre,
Restrukturierung) – einen sogenannten „Verlustvortrag“ in der Bilanz. Selbst
wenn das Unternehmen aktuell (2025) profitabel ist (Jahresüberschuss), muss
dieser Gewinn zunächst genutzt werden, um den alten Verlusttopf abzubauen. Das
würde Jahre dauern, in denen Aktionäre leer ausgehen.
6.2
Die Lösung: Kapitalherabsetzung und Reverse Split
Das
Management plant einen Befreiungsschlag auf der außerordentlichen
Hauptversammlung am 30. Januar 2026:
- Reverse Split (5:1): 5 alte Aktien werden zu
1 neuen Aktie zusammengelegt. Die Gesamtzahl der Aktien sinkt von ca.
124,6 Mio. auf ca. 24,9 Mio. Stück.
- Effekt: Rein optisch. Der
Kurs steigt rechnerisch von 0,73 € auf 3,65 €. Dies macht die Aktie für
institutionelle Investoren attraktiver, die „Penny Stocks“ (unter 1 €)
oft per Statut nicht kaufen dürfen.
- Kapitalherabsetzung: Das Grundkapital wird
buchhalterisch herabgesetzt. Der dabei freiwerdende Buchwert wird genutzt,
um den Verlustvortrag in der Bilanz vollständig zu löschen.
- Effekt: Die Bilanz ist
„sauber“. Künftige Gewinne (ab 2026) können sofort ausgeschüttet werden.
6.3
Die neue Capital Allocation Policy
Das
Management hat explizit angekündigt, diese technische Maßnahme zu nutzen für:
- Aktienrückkäufe (Share Buybacks) ab 2026:
Angesichts der Unterbewertung (Kurs unter Buchwert, hohes Netto-Cash) ist
dies die rationalste Verwendung von Kapital. Jeder Rückkauf zu aktuellen
Kursen verdichtet den Wert für die verbleibenden Aktionäre massiv.
- Dividenden ab 2027: q.beyond wandelt sich
vom Wachstumsversprechen zum Dividendentitel.
7.
Wettbewerbsanalyse und Peer-Group-Vergleich
Der
deutsche IT-Service-Markt konsolidiert sich. q.beyond steht im direkten
Vergleich mit börsennotierten Wettbewerbern, wird jedoch signifikant niedriger
bewertet.
7.1
Die Peer-Group
- Datagroup SE (WKN: A0JC8S):
- Modell: Fokus auf
standardisiertes Outsourcing ("CORBOX"). Sehr erfolgreich,
wächst stark anorganisch durch Übernahmen.
- Bewertung: Handelt
typischerweise bei einem EV/EBITDA von 8x bis 10x.
- Unterschied: Datagroup ist
größer und hat einen längeren Track-Record profitablen Wachstums.
- Cancom SE (WKN: 541910):
- Modell: Stärkerer Fokus auf
Hardware/Reselling, wandelt sich aber zum Systemhaus.
- Bewertung: EV/EBITDA ca.
10x.
- Unterschied: Cancom ist
volatiler im Hardware-Zyklus, q.beyond hat höhere Service-Anteile.
- Nagarro SE (WKN: A3H220):
- Modell: Digital Engineering
(Softwareentwicklung). Global aufgestellt, starkes organisches Wachstum.
- Bewertung: EV/EBITDA ca.
9x-12x.
- Unterschied: Nagarro hat
Governance-Probleme und schwankende Margen, wird aber als "High
Growth" bewertet.
7.2
Der Bewertungs-Gap
Die
folgende Tabelle verdeutlicht die Unterbewertung von q.beyond im Vergleich:
|
Kennzahl
(Prognose 2025e) |
q.beyond
AG |
Peer-Group
Ø (Datagroup, Cancom, Nagarro) |
Diskont
(Abschlag) |
|
EV /
Umsatz |
~0,3x |
~0,8x -
1,2x |
-60
% bis -70 % |
|
EV /
EBITDA |
~3,8x |
~9,0x |
-58
% |
Analyse: q.beyond wird bewertet, als würde
das Unternehmen dauerhaft stagnieren oder Verluste schreiben. Der Enterprise
Value (EV) beträgt bei einem Kurs von 0,73 € lediglich ca. 51 Mio. € (92 Mio.
Market Cap minus 41 Mio. Cash). Bei einem erwarteten EBITDA von 13,5 Mio. €
(Mittelwert Guidance 12-15 Mio. €) ergibt sich ein Multiple von 3,8x.
Dies ist
für ein profitables, schuldenfreies IT-Unternehmen mit wiederkehrenden Umsätzen
fundamental nicht zu rechtfertigen. Eine Neubewertung auf nur 6x EBITDA (immer
noch ein Abschlag zur Peer-Group) würde einen Kurs von ca. 1,00 € bis 1,10 €
(vor Split) rechtfertigen.
8.
Management, Governance und Aktionärsstruktur
Ein Blick
auf die handelnden Personen und Eigentümer schafft Vertrauen – oder deckt
Risiken auf.
8.1
Skin in the Game: Die Gründer
Die
Eigentümerstruktur von q.beyond ist ein klassisches Merkmal deutscher
Mittelstands-AGs und bietet Investoren Sicherheit vor feindlichen Übernahmen
oder kurzsichtigen Management-Entscheidungen.
- Dr. Bernd Schlobohm
(Aufsichtsratsvorsitzender & Gründer): 12,70 %
- Gerd Eickers (Aufsichtsrat & Gründer):
12,66 % Zusammen kontrollieren die Gründer über 25 % der Anteile. Dies ist
ein signifikantes „Skin in the Game“. Sie haben in der Vergangenheit
bewiesen, dass sie bereit sind, harte Einschnitte (wie den Verkauf der
Infrastruktur) mitzutragen, wenn es dem langfristigen Unternehmenswert
dient.
8.2
Der Fall AQTON SE (Stefan Quandt)
In
älteren Analysen tauchte oft die AQTON SE (Investmentvehikel von BMW-Erbe
Stefan Quandt) als Ankeraktionär auf.
- Aktueller Status: In den aktuellen
Stimmrechtsmitteilungen und Shareholder-Listen zum Ende 2025 taucht AQTON
nicht mehr als meldepflichtiger Großaktionär (>3 %) auf.
- Interpretation: Investoren sollten davon
ausgehen, dass AQTON seine Anteile über die Jahre reduziert hat. Dies
erhöht zwar den Free Float (ca. 74 %), bedeutet aber auch den Wegfall
eines prominenten Ankerinvestors. Die Stabilität durch die Gründer
Schlobohm/Eickers kompensiert dies jedoch.
8.3
Insider-Aktivitäten
In den
Jahren 2024 und 2025 gab es regelmäßige Insider-Käufe (Directors' Dealings),
insbesondere durch CEO Thies Rixen.
- Signalwirkung: Wenn der CEO Aktien kauft,
ist das meist ein starkes Signal, dass er die interne Planung kennt und
den aktuellen Kurs als zu niedrig erachtet. Es gab in den letzten 12
Monaten keine nennenswerten Verkäufe durch das Management.
9.
Bewertung (Valuation)
Basierend
auf den vorliegenden Daten lassen sich verschiedene Bewertungsszenarien
ableiten.
9.1
Substanzwert (Liquidation Value)
Als
"Floor" (Untergrenze) der Bewertung dient der Cash-Bestand.
- Marktkapitalisierung: ~92 Mio. €
- Nettoliquidität: ~41 Mio. €
- Enterprise Value (operativer Wert): ~51 Mio. €
Der Markt
bewertet das gesamte operative Geschäft (1.100 Mitarbeiter, Kundenverträge,
Software-IP, Marke) mit nur 51 Mio. €. Das entspricht weniger als dem
0,4-fachen des Jahresumsatzes. Historisch werden IT-Service-Firmen bei
Übernahmen oft mit 0,8x bis 1,2x Umsatz bewertet.
9.2
DCF-Näherung (Discounted Cash Flow)
Unter
konservativen Annahmen:
- Nachhaltiger Free Cash Flow ab 2026: 8-10 Mio. €
(bei moderatem Wachstum und Margenausweitung).
- Diskontierungsrate (WACC): 9,5 % (Small Cap
Risikoprämie).
- Wachstum ewige Rente: 1,5 %.
Daraus
resultiert ein Unternehmenswert (Equity Value) von ca. 140 - 160 Mio. €.
Dies
entspricht einem fairen Wert pro Aktie von 1,12 € bis 1,28 € (vor
Split).
9.3
Analysten-Konsens
Aktuelle
Studien von Häusern wie Warburg Research oder NuWays sehen Kursziele im Bereich
von 1,30 €. Dies deckt sich mit den fundamentalen Modellen und
impliziert ein Aufwärtspotenzial von fast 80 %.
10.
Risikobericht
Jede
Investition beinhaltet Risiken. Bei q.beyond stehen folgende Faktoren im Fokus:
10.1
Lohninflation und Margendruck
Als
personalintensives Unternehmen (ca. 1.100 Mitarbeiter) ist q.beyond anfällig
für Lohnsteigerungen.
- Risiko: Wenn die Löhne um 5 % steigen, aber
die Preise bei Kunden aufgrund fixierter Verträge nicht angepasst werden
können, sinkt die Marge.
- Mitigation: q.beyond nutzt Index-Klauseln in
Neuverträgen, die Preise an den Verbraucherpreisindex koppeln. Zudem wirkt
der Nearshoring-Mix (Indien/Spanien) dämpfend auf die Durchschnittskosten.
10.2
Kundenkonzentration (Klumpenrisiko)
Historisch
war der Einzelhändler Tchibo ein dominanter Kunde, aus dessen IT-Abteilung
q.beyond (damals QSC) teilweise hervorging.
- Status 2025: Zwar werden keine exakten
Prozentzahlen für 2025 veröffentlicht, aber die Abhängigkeit von
Top-Kunden ist in der Managed-Services-Branche strukturell gegeben. Ein
Verlust eines Top-5-Kunden würde Umsatz und Marge spürbar treffen. Die
Strategie zielt darauf ab, durch Neukundengewinnung im Mittelstand diese
Konzentration zu verwässern.
10.3
Technologische Disruption (KI)
Künstliche
Intelligenz (Generative AI) könnte das Geschäftsmodell der Softwareentwicklung
und des Consultings disruptieren.
- Risiko: Wenn Code künftig von KI geschrieben
wird, sinkt der Bedarf an menschlichen Entwicklern (Umsatzrückgang nach
"Time & Material").
- Chance: q.beyond integriert KI in seine
Services ("AI-Ready Infrastructure Consulting" ). Wer KI besser
beherrscht, kann Services günstiger anbieten und Marktanteile gewinnen.
q.beyond scheint hier proaktiv zu agieren.
11.
Sentiment und Marktstimmung
Die
Stimmung rund um die Aktie ist aktuell von einer "Mauer der Angst"
und Desinteresse geprägt, was für antizyklische Investoren oft ein gutes
Zeichen ist.
- Analysten: Alle Empfehlungen stehen auf
"Buy" oder "Hold", mit Kurszielen deutlich über dem
aktuellen Kurs. Es gibt keine "Sell"-Ratings, was auf einen
Konsens hindeutet, dass der Boden erreicht ist.
- Privatanleger (Foren): In Foren wie
Wallstreet Online wird die geplante Kapitalmaßnahme teils kontrovers
diskutiert. Einige Anleger fürchten (fälschlicherweise) Nachteile durch
den Reverse Split. Die Stimmung ist skeptisch, aber dreht sich langsam ins
Positive angesichts der Insiderkäufe.
- Markttechnik: Der Kursboden bei 0,70 €
scheint stabil. Die Umsätze an der Börse sind gering, was bedeutet, dass
schon kleine Kaufaufträge den Kurs deutlich bewegen können.
12.
Fazit
Die
q.beyond AG ist im Januar 2026 ein Paradebeispiel für eine „Special
Situation“ im deutschen Small-Cap-Sektor. Das Unternehmen hat die
schmerzhafte Transformation erfolgreich gemeistert, wird aber vom Markt noch
immer mit dem Abschlag eines Sanierungsfalls gehandelt.
Die
Investment-Thesis in drei Punkten:
- Safety First: Die massive Cash-Position und
Schuldenfreiheit begrenzen das Risiko nach unten erheblich.
- Profitabilität: Der operative Turnaround ist
durch Q3-Zahlen belegt. q.beyond verdient wieder Geld.
- Katalysator: Die Kapitalherabsetzung im
Januar 2026 öffnet die Tür für Aktienrückkäufe. Sobald das Unternehmen
anfängt, eigene Aktien zu kaufen, dürfte der Kursdruck nach oben zunehmen.
Aktueller
Kurs 0,73 € (vor Split)
Mein
Kursziel für die nächsten 3 Jahre liegt bei 1,26 € (+73%).
Mein
Grundgedanke beim investieren ist, eine Aktie günstiger zu kaufen, als sie
eigentlich Wert ist. Ich arbeite dabei mit einem „fairen KGV“ - (KGV -
Kurs-Gewinn-Verhältnis), das den fairen Wert einer Aktie wieder spiegeln soll.
Wenn für ein Unternehmen ein faires KGV von 15 berechnet wird und aktuell an
der Börse für ein KGV von 10 gehandelt wird, dann wäre es ein günstiger Kauf.
Je größer die Kluft zwischen fairen und aktuellen KGV, desto günstiger liege
ich im Einkauf! Aus dieser „Kluft“ berechne ich das Potential für
zukünftige Kursgewinne, da früher und leider manchmal auch später, der
Aktienmarkt das „faire KGV“ erkennt.
Das
"faire KGV" liegt hier nach meinen Berechnungen bei 22,4
Mein
Anlagestil ist eine Mischung aus Value-/Momentum Investor. Aufgrund der
fundamentalen Daten (VALUE) und der Kursentwicklung der letzten 52 Wochen
(MOMENTUM) gehört die Aktie aktuell zu meinen TOP 25
Aktien. Das sind die Werte, bei den ich mittelfristig (1-3 Jahre)
die höchsten Chancen auf starke Kursgewinne sehe. Diese Werte kaufe ich
auch in meinen wikifolios
und bei FollowMyMoney.
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wird die Performance meiner Aktienideen, von mir unabhängig, getrackt. Im Moment sieht es wie folgt aus.
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Disclaimer / Haftungsausschluss
Dieser Text wurde teilweise mit KI Anwendungen erstellt.
Alle Inhalte dienen nur zur Information und stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Selbstverständlich bemühe ich mich, die Fakten nach bestem Wissen und Gewissen zu präsentieren, aber sie können trotzdem ganz oder teilweise falsch sein.
Daher gilt: Ich übernehme keinerlei Haftung für Anlageentscheidungen, die Sie aufgrund der hier präsentierten Informationen treffen.
Interessenkonflikt: Der Autor dieser Publikation hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien/Wertpapiere der hier besprochenen Werte/Unternehmen und hat die Absicht, diese je nach Marktsituation zu veräußern und könnte dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität profitieren. Hierdurch besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt.