Donnerstag, 29. Januar 2026

(•‿-) High-Conviction Buy: Warum dieser Cash-Rich Tech-Wert vor einer massiven Neubewertung steht - q.beyond AG - $QBY

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1. Executive Summary: Eine asymmetrische Investitionschance

Die vorliegende Analyse widmet sich der q.beyond AG, einem der profiliertesten IT-Service-Provider für den deutschen Mittelstand. Zum Zeitpunkt dieser Untersuchung im Januar 2026 befindet sich das Unternehmen an einem entscheidenden Inflektionspunkt, der von den Kapitalmärkten bisher nur unzureichend antizipiert wurde. Nach einer Phase der umfassenden Restrukturierung unter dem Strategieprogramm „One q.beyond“ liefert das Unternehmen den operativen Beweis für den erfolgreichen Turnaround.

Die Analyse der Finanzdaten zum dritten Quartal 2025 und der Prognose für das Gesamtjahr offenbart eine signifikante Diskrepanz zwischen dem fundamentalen Wert des Unternehmens und seiner aktuellen Börsenbewertung. Während q.beyond operativ in die Gewinnzone zurückgekehrt ist und eine Nettoliquidität aufweist, die beinahe die Hälfte der Marktkapitalisierung abdeckt, handelt die Aktie weiterhin auf dem Niveau eines Sanierungsfalls.

Kernthesen der Analyse:

  1. Erfolgreicher Turnaround: Mit einem EBITDA von 3,0 Mio. € im Q3 2025 (Vorjahr: 2,2 Mio. €) und der Rückkehr zu einem positiven Konzernergebnis hat q.beyond die Talsohle durchschritten. Die Strategie, unprofitables Umsatzwachstum zugunsten von Margenqualität aufzugeben, trägt Früchte.
  2. Sovereign Cloud als Burggraben: Entgegen der Wahrnehmung als reiner Reseller positioniert sich q.beyond durch das BSI C5-Testat als Premium-Anbieter für souveräne Cloud-Lösungen. In einer geopolitisch unsicheren Welt ist die garantierte Datenhaltung in Deutschland ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber US-Hyperscalern.
  3. Bilanzielle Festung: Das Unternehmen ist schuldenfrei und verfügte zum 30. September 2025 über eine Nettoliquidität von 41,3 Mio. €. Dies entspricht bei einem Aktienkurs von ca. 0,73 € rund 0,33 € Cash pro Aktie – ein massiver Sicherheitspuffer („Margin of Safety“).
  4. Katalysator Kapitalmaßnahme: Die für den 30. Januar 2026 einberufene außerordentliche Hauptversammlung (HV) markiert den Beginn einer neuen Ära der Shareholder Value Creation. Die geplante Kapitalherabsetzung bereinigt die Bilanz technisch und ermöglicht ab 2026 Aktienrückkäufe sowie ab 2027 Dividendenzahlungen.

Diese Analyse kommt zu dem Schluss, dass q.beyond als „High Conviction Buy“ einzustufen ist. Die Kombination aus extrem niedriger Bewertung (EV/EBITDA 2026e < 3x), operativer Profitabilität und bevorstehenden Kapitalrückführungen bietet ein asymmetrisches Chance-Risiko-Profil, das im aktuellen Marktumfeld selten zu finden ist.


 

2. Makroökonomisches Umfeld und Sektortrends

Um das Potenzial von q.beyond korrekt einzuordnen, ist ein Verständnis der spezifischen Herausforderungen des deutschen Mittelstands (SME) im Jahr 2026 unerlässlich. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation, die durch Rezessionstendenzen und regulatorischen Druck geprägt ist.

 

2.1 Der Digitalisierungszwang des Mittelstands

Der deutsche Mittelstand, traditionell das Rückgrat der Wirtschaft, steht unter enormem Druck. Hohe Energiekosten und Fachkräftemangel zwingen Unternehmen zur Effizienzsteigerung durch Digitalisierung. Es geht nicht mehr um experimentelle Projekte, sondern um das Überleben durch Automatisierung und Prozessoptimierung.

q.beyond adressiert genau diesen Bedarf. Als „One-Stop-Shop“ für Unternehmen mit 500 bis 5.000 Mitarbeitern füllt q.beyond die Lücke zwischen lokalen Systemhäusern (die oft technologisch überfordert sind) und globalen Systemintegratoren wie Accenture (für die der Mittelstand oft zu klein ist).

 

2.2 Regulatorik als Wachstumstreiber: NIS-2 und DSGVO

Ein wesentlicher externer Treiber für das Geschäftsmodell von q.beyond ist die Verschärfung der IT-Sicherheitsgesetze. Die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie (Network and Information Security) der EU hat den Kreis der Unternehmen, die strenge Cybersicherheitsstandards nachweisen müssen, massiv erweitert. Viele mittelständische Unternehmen können diese Anforderungen intern nicht mehr abbilden. Der Betrieb eines eigenen Security Operations Center (SOC) im 24/7-Modus ist personell und finanziell kaum darstellbar. Die Auslagerung an zertifizierte Dienstleister wie q.beyond ist daher oft die einzige ökonomisch sinnvolle Option. Das kürzlich erhaltene C5-Testat des BSI ist in diesem Kontext nicht nur eine Urkunde, sondern eine vertriebliche Lizenz zum Gelddrucken in regulierten Branchen.

 

2.3 Der Trend zur Hybrid Cloud

Der Markt hat sich von der Vorstellung einer reinen „Public Cloud Only“-Welt verabschiedet. Die Realität im Jahr 2026 ist hybrid. Unternehmen nutzen Microsoft Azure oder AWS für skalierbare Front-End-Anwendungen, behalten aber kritische Kernsysteme (Legacy ERP, Produktionsdaten) in Private Clouds oder On-Premise-Umgebungen.

q.beyond positioniert sich hier als Orchestrator. Die Kompetenz liegt nicht nur im Betrieb einer Plattform, sondern in der Integration verschiedener Welten. Dies bindet Kunden langfristig, da die Komplexität der Schnittstellen einen Anbieterwechsel erschwert (hoher Lock-in-Effekt).


 

3. Analyse des Geschäftsmodells: „One q.beyond“

Das Geschäftsmodell der q.beyond AG wurde in den letzten 24 Monaten unter der Strategie „One q.beyond“ signifikant geschärft. Historisch gewachsene Silos wurden aufgebrochen, um Kunden ganzheitlich zu bedienen und Cross-Selling-Potenziale zu heben.

 

3.1 Segmentberichterstattung und Ertragsmechanik

q.beyond berichtet in zwei primären Segmenten, die unterschiedliche ökonomische Charakteristika aufweisen, sich aber synergetisch ergänzen.

Segment

Umsatzanteil (9M 2025)

Charakteristik

Bruttomarge (Trend)

Managed Services

ca. 66 % (89,1 Mio. €)

Wiederkehrende Umsätze (Recurring), lange Verträge (3-5 Jahre), hohe Vorhersehbarkeit.

Hoch & Stabil (~20-22 %)

Consulting

ca. 34 % (45,3 Mio. €)

Projektbasiert, volatiler, aber entscheidend für Neukundengewinnung und Transformation.

Steigend (von 8 % auf >14 %)

 

Managed Services (Die Cash Cow): Dieses Segment umfasst den Betrieb von IT-Infrastrukturen, Cloud-Plattformen und Arbeitsplatzlösungen (Workplace-as-a-Service). Der Umsatz in diesem Bereich ging in den ersten neun Monaten 2025 leicht auf 89,1 Mio. € zurück (Vorjahr: 99,5 Mio. €). Dieser Rückgang ist jedoch primär auf die bewusste Bereinigung unprofitabler Verträge und das Auslaufen margenschwacher Hardware-Reselling-Geschäfte zurückzuführen. Die Qualität der verbleibenden Umsätze ist signifikant höher, was sich in der stabilen Bruttomarge widerspiegelt.

Consulting (Der Wachstumsmotor): Hier bündelt q.beyond die Beratungskompetenz rund um SAP S/4HANA, Microsoft-Technologien und Softwareentwicklung. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten 2025 auf 45,3 Mio. € (Vorjahr: 41,9 Mio. €). Bemerkenswert ist die Margenexplosion: Die Bruttomarge im Consulting verdoppelte sich fast von ca. 7-8 % im Vorjahr auf über 14 % in Q1 2025. Treibende Kraft hinter dieser Verbesserung ist die optimierte Auslastung (Utilization) und der verstärkte Einsatz von Nearshoring-Ressourcen. q.beyond baut Kapazitäten in kostengünstigeren Standorten (z.B. Lettland, Spanien, Indien) auf, um dem deutschen Fachkräftemangel zu begegnen und die Blended Rates (Durchschnittsstundensätze) zu optimieren.

 

3.2 Die „One q.beyond“ Effizienzstrategie

Unter CEO Thies Rixen wurde das Unternehmen kulturell und operativ transformiert. „One q.beyond“ bedeutet den Abschied von der Holding-Struktur mit weitgehend autonomen Töchtern hin zu einem integrierten Konzern.

  • Vertrieb: Einheitlicher Go-to-Market-Ansatz. Ein Managed-Services-Kunde wird aktiv auf SAP-Transformationen angesprochen und umgekehrt.
  • Verwaltung: Zusammenlegung von HR, Finance und Marketing führte zu sinkenden SG&A-Kosten (Selling, General & Administrative Expenses).
  • Technologie: Vereinheitlichung der internen Tool-Landschaft und Nutzung von KI zur Automatisierung von Standardprozessen im Service Desk.

 

4. Deep Dive: Deutsche Data Center und die Cloud-Strategie

Ein zentraler Bestandteil der Investmentthese – und oft ein Missverständnis bei Investoren – ist die Positionierung von q.beyond im Rechenzentrumsmarkt. Um den wahren Wert des Unternehmens zu verstehen, muss man die Transformation vom Infrastruktur-Besitzer zum Service-Orchestrator nachvollziehen.

 

4.1 Historie: Vom Eigentümer zum Mieter (Asset-Light Pivot)

Historisch betrieb q.beyond (damals QSC AG) eine umfangreiche eigene Infrastruktur, inklusive eines eigenen DSL-Netzes und mehrerer Rechenzentren. Dies war mit hohen Kapitalbindungen (CAPEX) und Abschreibungen verbunden. Im Jahr 2021 traf das Management die weitsichtige Entscheidung, die Colocation-Tochter IP Exchange GmbH zu verkaufen. Der Verkaufserlös von ca. 44 Mio. € stärkte die Bilanz massiv und markierte den Übergang zum Asset-Light-Modell. Wichtig für Investoren: q.beyond besitzt heute keine "Beton-Gold"-Rechenzentren mehr im großen Stil. Das Unternehmen mietet stattdessen hochmoderne Flächen (Cages/Racks) bei großen Colocation-Anbietern an oder nutzt die Kapazitäten der Hyperscaler.

 

4.2 Warum der Verkauf strategisch brillant war

Der Betrieb von Rechenzentren ist ein Skalengeschäft ("Game of Scale"). Gegen Giganten wie Equinix, Digital Realty oder CyrusOne, die Milliarden in neue Facilities investieren, kann ein mittelständischer Player langfristig bei der Energieeffizienz (PUE-Werte) und den Baukosten nicht mithalten.

Durch den Verkauf hat sich q.beyond von der Commodity (Strom, Kühlung, Fläche) getrennt und sich auf den Value-Add (Management, Sicherheit, Betrieb) fokussiert. Dies verbessert strukturell den Return on Invested Capital (ROIC), da kein Kapital mehr in Gebäuden gebunden ist.

 

4.3 Die „Sovereign Cloud“: Wertschöpfung ohne Beton

Trotz des Verkaufs der IP Exchange ist q.beyond für seine Kunden weiterhin der "Rechenzentrums-Provider". Der Kunde sieht nicht, wem das Gebäude gehört; er sieht den Service-Level-Agreement (SLA) und den Vertragspartner q.beyond. Hier kommt das BSI C5-Testat ins Spiel. Diese Zertifizierung ist extrem aufwendig und bescheinigt q.beyond, dass seine Cloud-Prozesse (egal in welchem physischen Rechenzentrum sie laufen) den höchsten deutschen Sicherheitsstandards entsprechen.

Das Angebotsspektrum umfasst:

  1. Private Cloud: Dedizierte Server für Kunden, die maximale Isolation benötigen (z.B. Banken, Versicherungen). Diese laufen in den von q.beyond angemieteten, zertifizierten Zonen in deutschen Rechenzentren (Standorte wie München, Nürnberg, Hamburg).
  2. Managed Colocation: q.beyond verwaltet die Hardware des Kunden. Der Kunde bringt seine Server, q.beyond kümmert sich um Vernetzung, Sicherheit und 24/7-Monitoring. Die ISG-Studie 2025 bestätigte q.beyond als „Leader“ in diesem Segment.
  3. Hybrid Cloud Orchestration: q.beyond verbindet die Private Cloud via direkter Glasfaser (Direct Connect) mit AWS oder Azure.

Fazit Data Center: q.beyond ist kein Immobilienunternehmen mehr, sondern ein Tech-Dienstleister. Dies rechtfertigt langfristig deutlich höhere Bewertungsmultiples als bei reinen Colocation-Anbietern, da Software- und Service-Umsätze besser skalieren als Quadratmetervermietung.


 

5. Finanzanalyse: Der Weg in die nachhaltige Profitabilität

Die Finanzzahlen des Jahres 2025 markieren den erfolgreichen Abschluss der Restrukturierung. Wir analysieren die Kennzahlen im Detail, um die Nachhaltigkeit dieser Wende zu prüfen und die Qualität der Erträge zu validieren.

 

5.1 Umsatzentwicklung: "Shrinking to Greatness"

In den ersten neun Monaten 2025 (9M 2025) fiel der Umsatz auf 134,4 Mio. € (9M 2024: 141,4 Mio. €). Auf den ersten Blick ein Warnsignal, bei genauerer Betrachtung jedoch ein Qualitätsmerkmal.

  • Bereinigung: q.beyond hat sich von Umsätzen getrennt, die keinen Deckungsbeitrag lieferten. Im Managed Service Segment sank der Umsatz um ca. 10 Mio. € (von 99,5 auf 89,1 Mio. €).
  • Margeneffekt: Trotz des Umsatzrückgangs blieb der Gross Profit im Managed Service Segment fast stabil bzw. die Marge verbesserte sich relativ. Das Unternehmen muss nun weniger Umsatz "erkaufen", was den Working Capital Bedarf senkt und die Liquidität schont.

 

5.2 Ertragskraft (EBITDA & Net Income)

Die Profitabilitätskennzahlen zeigen eine beeindruckende Entkopplung vom Umsatztrend („Operational Gearing“):

  • EBITDA 9M 2025: Anstieg auf 8,1 Mio. € (Vorjahr: 6,4 Mio. €).
  • EBITDA Q3 2025: Sprung auf 3,0 Mio. € (Vorjahr: 2,2 Mio. €) bei einer Marge von ca. 6,9 %.
  • Konzernergebnis Q3 2025: Positiv mit 0,5 Mio. € (Vorjahr: -0,9 Mio. €).
  • Ursachenanalyse: Die Bruttomargen steigen (Consulting >14 %, Managed Services >20 %), während die Fixkostenbasis (Personal in Verwaltung, Marketingkosten) durch das „One q.beyond“-Programm straffer gemanagt wird.

Die folgende Tabelle illustriert die positive Scherenentwicklung zwischen Umsatz und Ertrag:

Kennzahl (in Mio. €)

Q3 2024

Q3 2025

Veränderung

Umsatz

47,0

43,6

-7,2 %

Bruttoergebnis

7,6

7,3

-3,9 %

EBITDA

2,2

3,0

+36,4 %

Konzernergebnis

-0,9

0,5

n.a. (Turnaround)

Free Cash Flow

1,0

1,7

+70,0 %

 

5.3 Cashflow und Liquidität

Die wohl stärkste Säule der Investmentthese ist die Cash-Generierung.

  • Free Cash Flow (FCF): In 9M 2025 wurde ein positiver FCF von 3,6 Mio. € erwirtschaftet (Vorjahr: 2,4 Mio. €). Das Unternehmen verbrennt kein Geld mehr, sondern generiert Cash aus dem operativen Geschäft.
  • Nettoliquidität: Zum 30.09.2025 lagen 41,3 Mio. € Cash auf der Bank.
  • Implikation: In einem Umfeld, in dem viele Small Caps Kapitalerhöhungen zu ruinösen Konditionen durchführen müssen, kann q.beyond aus eigener Kraft agieren. Die "Cash Burn"-Rate ist negativ (d.h. Cash-Build).

 

6. Bilanzanalyse und Capital Allocation: Der Gamechanger 2026

Die Meldung vom 12. Dezember 2025 über die geplante Kapitalherabsetzung ist der wichtigste kurzfristige Katalysator für die Aktie. Viele Privatanleger verstehen die Mechanik nicht vollständig, weshalb sie hier detailliert erläutert wird.

 

6.1 Das Problem: Der Bilanzverlust

Nach deutschem Handelsrecht (HGB) und Aktienrecht (AktG) darf eine Aktiengesellschaft nur dann Dividenden ausschütten oder Aktien zurückkaufen, wenn die Bilanz einen „Bilanzgewinn“ ausweist.

q.beyond hat – bedingt durch Verluste in der Vergangenheit (Aufbaujahre, Restrukturierung) – einen sogenannten „Verlustvortrag“ in der Bilanz. Selbst wenn das Unternehmen aktuell (2025) profitabel ist (Jahresüberschuss), muss dieser Gewinn zunächst genutzt werden, um den alten Verlusttopf abzubauen. Das würde Jahre dauern, in denen Aktionäre leer ausgehen.

 

6.2 Die Lösung: Kapitalherabsetzung und Reverse Split

Das Management plant einen Befreiungsschlag auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 30. Januar 2026:

  1. Reverse Split (5:1): 5 alte Aktien werden zu 1 neuen Aktie zusammengelegt. Die Gesamtzahl der Aktien sinkt von ca. 124,6 Mio. auf ca. 24,9 Mio. Stück.
    • Effekt: Rein optisch. Der Kurs steigt rechnerisch von 0,73 € auf 3,65 €. Dies macht die Aktie für institutionelle Investoren attraktiver, die „Penny Stocks“ (unter 1 €) oft per Statut nicht kaufen dürfen.
  2. Kapitalherabsetzung: Das Grundkapital wird buchhalterisch herabgesetzt. Der dabei freiwerdende Buchwert wird genutzt, um den Verlustvortrag in der Bilanz vollständig zu löschen.
    • Effekt: Die Bilanz ist „sauber“. Künftige Gewinne (ab 2026) können sofort ausgeschüttet werden.

 

6.3 Die neue Capital Allocation Policy

Das Management hat explizit angekündigt, diese technische Maßnahme zu nutzen für:

  • Aktienrückkäufe (Share Buybacks) ab 2026: Angesichts der Unterbewertung (Kurs unter Buchwert, hohes Netto-Cash) ist dies die rationalste Verwendung von Kapital. Jeder Rückkauf zu aktuellen Kursen verdichtet den Wert für die verbleibenden Aktionäre massiv.
  • Dividenden ab 2027: q.beyond wandelt sich vom Wachstumsversprechen zum Dividendentitel.

 

7. Wettbewerbsanalyse und Peer-Group-Vergleich

Der deutsche IT-Service-Markt konsolidiert sich. q.beyond steht im direkten Vergleich mit börsennotierten Wettbewerbern, wird jedoch signifikant niedriger bewertet.

 

7.1 Die Peer-Group

  1. Datagroup SE (WKN: A0JC8S):
    • Modell: Fokus auf standardisiertes Outsourcing ("CORBOX"). Sehr erfolgreich, wächst stark anorganisch durch Übernahmen.
    • Bewertung: Handelt typischerweise bei einem EV/EBITDA von 8x bis 10x.
    • Unterschied: Datagroup ist größer und hat einen längeren Track-Record profitablen Wachstums.
  2. Cancom SE (WKN: 541910):
    • Modell: Stärkerer Fokus auf Hardware/Reselling, wandelt sich aber zum Systemhaus.
    • Bewertung: EV/EBITDA ca. 10x.
    • Unterschied: Cancom ist volatiler im Hardware-Zyklus, q.beyond hat höhere Service-Anteile.
  3. Nagarro SE (WKN: A3H220):
    • Modell: Digital Engineering (Softwareentwicklung). Global aufgestellt, starkes organisches Wachstum.
    • Bewertung: EV/EBITDA ca. 9x-12x.
    • Unterschied: Nagarro hat Governance-Probleme und schwankende Margen, wird aber als "High Growth" bewertet.

 

7.2 Der Bewertungs-Gap

Die folgende Tabelle verdeutlicht die Unterbewertung von q.beyond im Vergleich:

Kennzahl (Prognose 2025e)

q.beyond AG

Peer-Group Ø (Datagroup, Cancom, Nagarro)

Diskont (Abschlag)

EV / Umsatz

~0,3x

~0,8x - 1,2x

-60 % bis -70 %

EV / EBITDA

~3,8x

~9,0x

-58 %

 

Analyse: q.beyond wird bewertet, als würde das Unternehmen dauerhaft stagnieren oder Verluste schreiben. Der Enterprise Value (EV) beträgt bei einem Kurs von 0,73 € lediglich ca. 51 Mio. € (92 Mio. Market Cap minus 41 Mio. Cash). Bei einem erwarteten EBITDA von 13,5 Mio. € (Mittelwert Guidance 12-15 Mio. €) ergibt sich ein Multiple von 3,8x.

Dies ist für ein profitables, schuldenfreies IT-Unternehmen mit wiederkehrenden Umsätzen fundamental nicht zu rechtfertigen. Eine Neubewertung auf nur 6x EBITDA (immer noch ein Abschlag zur Peer-Group) würde einen Kurs von ca. 1,00 € bis 1,10 € (vor Split) rechtfertigen.


 

8. Management, Governance und Aktionärsstruktur

Ein Blick auf die handelnden Personen und Eigentümer schafft Vertrauen – oder deckt Risiken auf.

 

8.1 Skin in the Game: Die Gründer

Die Eigentümerstruktur von q.beyond ist ein klassisches Merkmal deutscher Mittelstands-AGs und bietet Investoren Sicherheit vor feindlichen Übernahmen oder kurzsichtigen Management-Entscheidungen.

  • Dr. Bernd Schlobohm (Aufsichtsratsvorsitzender & Gründer): 12,70 %
  • Gerd Eickers (Aufsichtsrat & Gründer): 12,66 % Zusammen kontrollieren die Gründer über 25 % der Anteile. Dies ist ein signifikantes „Skin in the Game“. Sie haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie bereit sind, harte Einschnitte (wie den Verkauf der Infrastruktur) mitzutragen, wenn es dem langfristigen Unternehmenswert dient.

 

8.2 Der Fall AQTON SE (Stefan Quandt)

In älteren Analysen tauchte oft die AQTON SE (Investmentvehikel von BMW-Erbe Stefan Quandt) als Ankeraktionär auf.

  • Aktueller Status: In den aktuellen Stimmrechtsmitteilungen und Shareholder-Listen zum Ende 2025 taucht AQTON nicht mehr als meldepflichtiger Großaktionär (>3 %) auf.
  • Interpretation: Investoren sollten davon ausgehen, dass AQTON seine Anteile über die Jahre reduziert hat. Dies erhöht zwar den Free Float (ca. 74 %), bedeutet aber auch den Wegfall eines prominenten Ankerinvestors. Die Stabilität durch die Gründer Schlobohm/Eickers kompensiert dies jedoch.

 

8.3 Insider-Aktivitäten

In den Jahren 2024 und 2025 gab es regelmäßige Insider-Käufe (Directors' Dealings), insbesondere durch CEO Thies Rixen.

  • Signalwirkung: Wenn der CEO Aktien kauft, ist das meist ein starkes Signal, dass er die interne Planung kennt und den aktuellen Kurs als zu niedrig erachtet. Es gab in den letzten 12 Monaten keine nennenswerten Verkäufe durch das Management.

  

9. Bewertung (Valuation)

Basierend auf den vorliegenden Daten lassen sich verschiedene Bewertungsszenarien ableiten.

 

9.1 Substanzwert (Liquidation Value)

Als "Floor" (Untergrenze) der Bewertung dient der Cash-Bestand.

  • Marktkapitalisierung: ~92 Mio. €
  • Nettoliquidität: ~41 Mio. €
  • Enterprise Value (operativer Wert): ~51 Mio. €

Der Markt bewertet das gesamte operative Geschäft (1.100 Mitarbeiter, Kundenverträge, Software-IP, Marke) mit nur 51 Mio. €. Das entspricht weniger als dem 0,4-fachen des Jahresumsatzes. Historisch werden IT-Service-Firmen bei Übernahmen oft mit 0,8x bis 1,2x Umsatz bewertet.

 

9.2 DCF-Näherung (Discounted Cash Flow)

Unter konservativen Annahmen:

  • Nachhaltiger Free Cash Flow ab 2026: 8-10 Mio. € (bei moderatem Wachstum und Margenausweitung).
  • Diskontierungsrate (WACC): 9,5 % (Small Cap Risikoprämie).
  • Wachstum ewige Rente: 1,5 %.

Daraus resultiert ein Unternehmenswert (Equity Value) von ca. 140 - 160 Mio. €.

Dies entspricht einem fairen Wert pro Aktie von 1,12 € bis 1,28 € (vor Split).

 

9.3 Analysten-Konsens

Aktuelle Studien von Häusern wie Warburg Research oder NuWays sehen Kursziele im Bereich von 1,30 €. Dies deckt sich mit den fundamentalen Modellen und impliziert ein Aufwärtspotenzial von fast 80 %.


 

10. Risikobericht

Jede Investition beinhaltet Risiken. Bei q.beyond stehen folgende Faktoren im Fokus:

 

10.1 Lohninflation und Margendruck

Als personalintensives Unternehmen (ca. 1.100 Mitarbeiter) ist q.beyond anfällig für Lohnsteigerungen.

  • Risiko: Wenn die Löhne um 5 % steigen, aber die Preise bei Kunden aufgrund fixierter Verträge nicht angepasst werden können, sinkt die Marge.
  • Mitigation: q.beyond nutzt Index-Klauseln in Neuverträgen, die Preise an den Verbraucherpreisindex koppeln. Zudem wirkt der Nearshoring-Mix (Indien/Spanien) dämpfend auf die Durchschnittskosten.

 

10.2 Kundenkonzentration (Klumpenrisiko)

Historisch war der Einzelhändler Tchibo ein dominanter Kunde, aus dessen IT-Abteilung q.beyond (damals QSC) teilweise hervorging.

  • Status 2025: Zwar werden keine exakten Prozentzahlen für 2025 veröffentlicht, aber die Abhängigkeit von Top-Kunden ist in der Managed-Services-Branche strukturell gegeben. Ein Verlust eines Top-5-Kunden würde Umsatz und Marge spürbar treffen. Die Strategie zielt darauf ab, durch Neukundengewinnung im Mittelstand diese Konzentration zu verwässern.

 

10.3 Technologische Disruption (KI)

Künstliche Intelligenz (Generative AI) könnte das Geschäftsmodell der Softwareentwicklung und des Consultings disruptieren.

  • Risiko: Wenn Code künftig von KI geschrieben wird, sinkt der Bedarf an menschlichen Entwicklern (Umsatzrückgang nach "Time & Material").
  • Chance: q.beyond integriert KI in seine Services ("AI-Ready Infrastructure Consulting" ). Wer KI besser beherrscht, kann Services günstiger anbieten und Marktanteile gewinnen. q.beyond scheint hier proaktiv zu agieren.

 

11. Sentiment und Marktstimmung

Die Stimmung rund um die Aktie ist aktuell von einer "Mauer der Angst" und Desinteresse geprägt, was für antizyklische Investoren oft ein gutes Zeichen ist.

  • Analysten: Alle Empfehlungen stehen auf "Buy" oder "Hold", mit Kurszielen deutlich über dem aktuellen Kurs. Es gibt keine "Sell"-Ratings, was auf einen Konsens hindeutet, dass der Boden erreicht ist.
  • Privatanleger (Foren): In Foren wie Wallstreet Online wird die geplante Kapitalmaßnahme teils kontrovers diskutiert. Einige Anleger fürchten (fälschlicherweise) Nachteile durch den Reverse Split. Die Stimmung ist skeptisch, aber dreht sich langsam ins Positive angesichts der Insiderkäufe.
  • Markttechnik: Der Kursboden bei 0,70 € scheint stabil. Die Umsätze an der Börse sind gering, was bedeutet, dass schon kleine Kaufaufträge den Kurs deutlich bewegen können.

 

12. Fazit

Die q.beyond AG ist im Januar 2026 ein Paradebeispiel für eine „Special Situation“ im deutschen Small-Cap-Sektor. Das Unternehmen hat die schmerzhafte Transformation erfolgreich gemeistert, wird aber vom Markt noch immer mit dem Abschlag eines Sanierungsfalls gehandelt.

Die Investment-Thesis in drei Punkten:

  1. Safety First: Die massive Cash-Position und Schuldenfreiheit begrenzen das Risiko nach unten erheblich.
  2. Profitabilität: Der operative Turnaround ist durch Q3-Zahlen belegt. q.beyond verdient wieder Geld.
  3. Katalysator: Die Kapitalherabsetzung im Januar 2026 öffnet die Tür für Aktienrückkäufe. Sobald das Unternehmen anfängt, eigene Aktien zu kaufen, dürfte der Kursdruck nach oben zunehmen.

Aktueller Kurs 0,73 € (vor Split)

Mein Kursziel für die nächsten 3 Jahre liegt bei 1,26 € (+73%).

Mein Grundgedanke beim investieren ist, eine Aktie günstiger zu kaufen, als sie eigentlich Wert ist. Ich arbeite dabei mit einem „fairen KGV“ - (KGV - Kurs-Gewinn-Verhältnis), das den fairen Wert einer Aktie wieder spiegeln soll. Wenn für ein Unternehmen ein faires KGV von 15 berechnet wird und aktuell an der Börse für ein KGV von 10 gehandelt wird, dann wäre es ein günstiger Kauf. Je größer die Kluft zwischen fairen und aktuellen KGV, desto günstiger liege ich im Einkauf!  Aus dieser „Kluft“ berechne ich das Potential für zukünftige Kursgewinne, da früher und leider manchmal auch später, der Aktienmarkt das „faire KGV“ erkennt. 

 

Das "faire KGV" liegt hier nach meinen Berechnungen bei 22,4

 

Mein Anlagestil ist eine Mischung aus Value-/Momentum Investor. Aufgrund der fundamentalen Daten (VALUE)  und der Kursentwicklung der letzten 52 Wochen (MOMENTUM) gehört die Aktie aktuell zu meinen TOP 25 Aktien.  Das sind die Werte, bei den ich mittelfristig (1-3 Jahre) die höchsten Chancen auf starke Kursgewinne sehe. Diese Werte kaufe ich auch in meinen wikifolios und bei FollowMyMoney.

 

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„Spekulative Investments sind wie ein Tennismatch: Entscheidend ist die volle Konzentration auf das nächste As, anstatt sich über den letzten Doppelfehler zu ärgern.“ A. Gerstenberger

 


Disclaimer / Haftungsausschluss

Dieser Text wurde teilweise mit KI Anwendungen erstellt.

Alle Inhalte dienen nur zur Information und stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Selbstverständlich bemühe ich mich, die Fakten nach bestem Wissen und Gewissen zu präsentieren, aber sie können trotzdem ganz oder teilweise falsch sein.

Daher gilt: Ich übernehme keinerlei Haftung für Anlageentscheidungen, die Sie aufgrund der hier präsentierten Informationen treffen.

Interessenkonflikt: Der Autor dieser Publikation hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien/Wertpapiere der hier besprochenen Werte/Unternehmen und hat die Absicht, diese je nach Marktsituation zu veräußern und könnte dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität profitieren. Hierdurch besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt.