Darauf stehen unter anderem weitere Verkaufserfolge mit
ViroCAP®, die Veröffentlichung der umfangreichen wissenschaftlichen Daten zu
PulmoPlas®, klinische Studien am Menschen, zusätzliche Anwendungen der
PulmoPlas-Technologie, regulatorische Fortschritte, die geplante Übernahme der
relyon plasma GmbH, mögliche weitere Finanzierungsmaßnahmen und natürlich die
kommenden Halbjahreszahlen.
Für mich sind aber nicht alle Felder gleich wichtig. Drei
Ereignisse könnten den Wert des Unternehmens fundamental verändern:
Fall A: Die angekündigte wissenschaftliche
Publikation bestätigt überzeugend die Wirksamkeit und Sicherheit von PulmoPlas.
Fall B: Anschließende klinische Studien bestätigen
diese Ergebnisse auch beim Menschen.
Und irgendwann könnte es sogar einen Fall C geben:
PulmoPlas erhält den regulatorischen Marktzugang in Europa und den USA.
Meine zentrale Investmentfrage lautet deshalb nicht, ob
Viromed im nächsten Quartal eine Million Euro mehr oder weniger Umsatz erzielt.
Sie lautet:
Was wäre eine technologisch geschützte Plattform zur
physikalischen Behandlung schwerer Lungeninfektionen wert, wenn sie zunächst
wissenschaftlich und anschließend klinisch funktioniert?
Meine Antwort darauf fällt deutlich aus: Nach einer
überzeugenden wissenschaftlichen Validierung halte ich für Viromed eine
Bewertung von 250 bis 450 Mio. Euro für vorstellbar. Nach überzeugenden
klinischen Humanstudien könnte sich die Bewertungsdimension meiner Einschätzung
nach auf 0,8 bis 1,5 Mrd. Euro verschieben.
Und sollte irgendwann zusätzlich der regulatorische Marktzugang in Europa und den USA gelingen, könnte sich noch einmal eine völlig neue Bewertungsebene öffnen. Doch der Reihe nach.
Die Ausgangslage: Viromed ist heute noch kein
Milliardenunternehmen
Zunächst zur Realität. Viromed erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Konzernumsatz von 5,1 Mio. Euro nach 1,1 Mio. Euro im Vorjahr. Gleichzeitig verbesserte sich das Ergebnis deutlich: Nach einem Verlust von 3,1 Mio. Euro 2024 wurde 2025 ein Jahresüberschuss von rund 0,6 Mio. Euro erzielt.
Allerdings wurde das ursprünglich kommunizierte Umsatzziel
von 8 bis 10 Mio. Euro verfehlt. Im Mai 2026 wurde zudem die zuvor sehr
ambitionierte Prognose für 2026 aufgrund von Verzögerungen bei ViroCAP und
PulmoPlas angepasst.
Wer Viromed ausschließlich anhand der heute bestehenden
Umsätze bewertet, wird kaum zu einer außergewöhnlich hohen Bewertung kommen.
Das derzeitige operative Geschäft allein ist nicht der Grund, weshalb ich mich
intensiv mit der Aktie beschäftige.
Der entscheidende Unterschied zwischen Viromed und einem
gewöhnlichen kleinen Medizintechnik-Vertrieb besteht für mich in der Optionalität
von PulmoPlas.
Viromed hat derzeit 21,25 Mio. Aktien ausstehend. Das
ist für die spätere Szenariorechnung wichtig: Je 100 Mio. Euro Unternehmenswert
entsprechen – rein rechnerisch und vor einer möglichen zukünftigen Verwässerung
– rund 4,71 Euro je Aktie.
Das wichtigste Feld meiner Bingo-Karte: PulmoPlas
PulmoPlas soll kaltes atmosphärisches Plasma für Anwendungen
in der Lunge nutzbar machen. Im Mittelpunkt der bisherigen Entwicklung steht
insbesondere die beatmungsassoziierte Pneumonie, international als
Ventilator-Associated Pneumonia oder VAP bezeichnet.
Das ist medizinisch ein hochinteressantes Feld. Gerade
schwerkranke und künstlich beatmete Intensivpatienten sind anfällig für schwere
Lungeninfektionen. Hinzu kommt das Problem zunehmender Antibiotikaresistenzen. Der
besondere Punkt an PulmoPlas ist deshalb der Wirkmechanismus.
PulmoPlas wäre kein weiteres Antibiotikum und kein neuer
pharmazeutischer Wirkstoff. Die Technologie soll Krankheitserreger durch eine physikalische
Kaltplasma-Anwendung inaktivieren. Wenn dieses Prinzip tatsächlich
zuverlässig, ausreichend stark und gleichzeitig gewebeschonend funktioniert,
könnte daraus ein erheblicher medizinischer Vorteil entstehen.
Denn eine physikalische Behandlung könnte theoretisch
weniger von den klassischen Resistenzmechanismen abhängig sein, die den Einsatz
von Antibiotika zunehmend erschweren. Genau hier liegt meiner Meinung nach der
potenziell disruptive Charakter der Technologie.
Was bisher bekannt ist
Viromed und die beteiligten Wissenschaftler haben in den
vergangenen Jahren mehrfach positive präklinische Ergebnisse kommuniziert.
Besonders wichtig war die wissenschaftliche Pressekonferenz
im Februar 2026. Dort erklärte die Studienleitung, dass die über rund
zweieinhalb Jahre gewonnenen Daten an humanen Lungenepithelmodellen konsistente
positive Ergebnisse gezeigt hätten.
Nach Angaben der Studienleitung wurde eine signifikante
und keimunabhängige Reduktion pathogener Keime beobachtet. Gleichzeitig sei
ein therapeutisches Sicherheitsfenster definiert worden. Histologische
Untersuchungen hätten innerhalb dieses Anwendungsfensters keine
sicherheitsrelevanten Gewebeschäden gezeigt.
Zusätzlich wurde eine Validierungsstudie an einem vitalen
Lungenorganmodell an der Universität des Saarlandes gestartet, um den Übergang
von der Grundlagenforschung in Richtung klinische Anwendung weiter
vorzubereiten.
Hier liegt gleichzeitig einer der wichtigsten Punkte meiner
Investmentthese:
Unternehmensmeldungen und Aussagen einer Studienleitung
sind noch nicht dasselbe wie eine umfassend begutachtete wissenschaftliche
Publikation und schon gar nicht dasselbe wie klinische Evidenz am Menschen.
Genau deshalb ist die angekündigte Veröffentlichung für mich
ein derart wichtiges Bingo-Feld.
Fall A: Die wissenschaftliche Veröffentlichung bestätigt
PulmoPlas
Stellen wir uns vor, die vollständigen Ergebnisse werden in
einem anerkannten internationalen Peer-Review-Journal veröffentlicht.
Und stellen wir uns weiter vor, die Daten bestätigen
überzeugend, dass PulmoPlas unterschiedliche relevante Krankheitserreger stark
reduzieren kann, die Wirkung reproduzierbar ist, ein ausreichend breites
therapeutisches Fenster existiert und dabei keine relevanten Schäden am
Lungengewebe auftreten. Dann würde sich meiner Meinung nach etwas
Entscheidendes verändern. PulmoPlas wäre anschließend nicht mehr lediglich eine
interessante Technologie, deren Potenzial hauptsächlich aus
Unternehmensmeldungen abgeleitet wird. Es gäbe eine wesentlich stärkere externe
wissenschaftliche Validierung.
Das reduziert einen Teil des technologischen Risikos. Nicht
vollständig – aber erheblich.
Ein MedTech-Konzern, ein strategischer Investor oder ein
möglicher Lizenzpartner könnte anschließend wesentlich belastbarer beurteilen,
ob aus dieser Technologie tatsächlich eine klinische Plattform entstehen kann.
Warum eine erfolgreiche präklinische Veröffentlichung
noch keine Milliardenbewertung rechtfertigt
Trotzdem wäre ich in Fall A noch vorsichtig.
Eine hervorragende wissenschaftliche Publikation beweist
noch nicht, dass PulmoPlas beim Intensivpatienten funktioniert. Zwischen
präklinischer Wirksamkeit und einer erfolgreichen Therapie beim Menschen liegen
erhebliche Risiken.
Die optimale Dosierung muss stimmen. Die Behandlung muss
sicher sein. Unterschiedliche Patienten, Erkrankungsstadien, Pathogene und
Begleiterkrankungen müssen berücksichtigt werden. Und vor allem muss am Ende ein
klinisch relevanter Nutzen entstehen. Es reicht langfristig nicht aus, im Labor
oder im Modell lediglich die Keimzahl zu reduzieren.
Für Krankenhäuser und Zulassungsbehörden wird entscheidend
sein, ob sich daraus beispielsweise weniger Infektionen, weniger
Antibiotikabedarf, weniger Beatmungstage oder andere relevante Verbesserungen
ergeben. Deshalb wäre Fall A für mich ein bedeutendes De-Risking – aber noch
nicht der endgültige Proof of Concept.
Was könnte Viromed nach Fall A wert sein?
Nach einer überzeugenden wissenschaftlichen Publikation
würde ich Viromed nicht anhand eines klassischen KGV bewerten. Dafür wäre das
operative Geschäft noch zu klein und PulmoPlas zu früh in der Entwicklung. Ich
würde vielmehr eine Kombination aus bestehendem Geschäft, Technologieplattform,
IP, strategischer Optionalität und einem risikoadjustierten zukünftigen Wert
von PulmoPlas ansetzen.
Meine Größenordnung wäre:
250 bis 450 Mio. Euro Unternehmenswert
Mein persönliches mittleres Szenario läge ungefähr bei 325
Mio. Euro.
Bei aktuell 21,25 Mio. Aktien ergäbe sich daraus rein
rechnerisch:
250 Mio. Euro = ca. 11,76 Euro je Aktie
325 Mio. Euro = ca. 15,29 Euro je Aktie
450 Mio. Euro = ca. 21,18 Euro je Aktie
Natürlich ist diese Rechnung statisch. Gerade bei einem
Forschungs- und Medizintechnikunternehmen muss berücksichtigt werden, dass auf
dem Weg zur Zulassung weiteres Kapital benötigt werden kann.
Die derzeit angekündigten Umplatzierungen von Aktien aus dem
Besitz der Gründerfamilie erhöhen die Aktienzahl zwar nicht. Eine zukünftige
klassische Kapitalerhöhung würde dagegen verwässern. Finanzierung bleibt
deshalb ein wichtiges Feld auf meiner Bingo-Karte.
Die Gründerfamilie hat nach Unternehmensangaben zwischen
2023 und 2026 insgesamt rund 16,6 Mio. Euro zur Stabilisierung und Finanzierung
der operativen Gesellschaft bereitgestellt.
Was zahlen große MedTech-Konzerne eigentlich für neue
Technologien?
An dieser Stelle kommt häufig die Gegenfrage:
Wie kann Viromed jemals eine Milliarde Euro wert sein,
wenn das Unternehmen heute nur wenige Millionen Euro Umsatz erzielt?
Für mich lohnt sich hier ein Blick auf reale
MedTech-Übernahmen.
Denn große Konzerne wie Johnson & Johnson, Medtronic,
Boston Scientific oder Stryker kaufen nicht ausschließlich bestehende Umsätze.
Sie kaufen teilweise Technologie, Patente, klinische
Evidenz, einen neuen Behandlungsansatz und die Möglichkeit, diesen Ansatz
anschließend über ihre bestehenden internationalen Vertriebsstrukturen zu
skalieren.
Die folgende Tabelle zeigt einige bemerkenswerte Beispiele:
|
Käufer |
Übernahmeziel |
Jahr |
Transaktionswert |
Umsatz des Targets |
Größenordnung Kaufpreis/Umsatz |
|
Johnson & Johnson |
Shockwave Medical |
2024 |
$13,1 Mrd. EV |
$730 Mio. 2023 |
~18× |
|
Johnson & Johnson |
Auris Health |
2019 |
$3,4 Mrd. upfront + bis zu $2,35 Mrd. Meilensteine |
nicht separat veröffentlicht |
n. a. |
|
Stryker |
Inari Medical |
2025 |
$4,9 Mrd. Equity Value |
~$603 Mio. 2024E |
~8× |
|
Boston Scientific |
Axonics |
2024 |
$3,7 Mrd. Equity Value |
~$366 Mio. 2023 |
~10× |
|
Boston Scientific |
Baylis Medical |
2022 |
$1,75 Mrd. upfront |
knapp $200 Mio. erwartet |
~9× |
|
Medtronic |
Mazor Robotics |
2018 |
$1,64 Mrd. |
$64,9 Mio. 2017 |
~25× |
|
Boston Scientific |
Silk Road Medical |
2024 |
$1,16 Mrd. EV |
deutlich unter $1 Mrd. |
— |
Die einzelnen Transaktionen sind natürlich nicht 1:1 mit
Viromed vergleichbar. Die Targets waren teilweise kommerziell und regulatorisch
deutlich weiter entwickelt als PulmoPlas heute. Aber die Tabelle zeigt einen
wichtigen Punkt:
Ein MedTech-Unternehmen benötigt keine Milliardenumsätze,
um Milliarden wert zu sein.
Shockwave erzielte 2023 rund 730 Mio. Dollar Umsatz. Nur
wenige Monate später vereinbarte Johnson & Johnson eine Übernahme zu einem
Enterprise Value von etwa 13,1 Mrd. Dollar.
Boston Scientific zahlte für Baylis Medical 1,75 Mrd.
Dollar, obwohl für 2022 Umsätze von lediglich knapp 200 Mio. Dollar erwartet
wurden.
Bei Axonics lag der Übernahmewert bei rund 3,7 Mrd. Dollar
Equity Value, während der erwartete Umsatz 2023 bei ungefähr 366 Mio. Dollar
lag.
Noch spannender finde ich aber zwei andere Beispiele.
Beispiel 1: Johnson & Johnson und Auris Health –
Milliarden für eine Lungenplattform
Das für mich interessanteste Vergleichsbeispiel ist Auris
Health.
Johnson & Johnson übernahm Auris 2019 für etwa:
3,4 Milliarden Dollar in Cash
Zusätzlich wurden erfolgsabhängige Zahlungen von bis zu:
2,35 Milliarden Dollar vereinbart.
Der theoretische Gesamtwert der Transaktion konnte damit auf
5,75 Mrd. Dollar steigen. Warum ist dieser Fall für meine Viromed-These so
interessant?
Auris entwickelte eine robotische Technologieplattform,
deren erste Anwendung im Bereich der bronchoskopischen Diagnostik und Therapie
der Lunge lag.
Die Plattform war bereits FDA-cleared. Entscheidend für
J&J war aber offensichtlich nicht nur der bestehende Umsatz, sondern das
Potenzial der Technologie für weitere interventionelle und chirurgische
Anwendungen. Das lässt sich sogar in den damaligen J&J-Abschlüssen
erkennen.
Johnson & Johnson ordnete im Zuge der
Kaufpreisallokation rund 3,0 Mrd. Dollar sogenannten In-Process Research &
Development Assets zu. Ein erheblicher Teil des Transaktionswertes beruhte
damit auf zukünftiger Technologie und erwarteter Entwicklung – nicht auf
bereits realisierten Milliardenumsätzen.
Genau das ist für PulmoPlas relevant. Ein großer
MedTech-Konzern könnte möglicherweise wesentlich stärker als ein kleiner
unabhängiger Entwickler monetarisieren, was eine erfolgreiche
PulmoPlas-Technologie bietet.
J&J, Medtronic oder ein anderer internationaler Konzern
verfügt bereits über Krankenhausbeziehungen, regulatorische Teams, globale
Vertriebsstrukturen, Serviceorganisationen, Produktion und Erfahrung mit
Reimbursement. Was Viromed selbst mühsam über viele Jahre aufbauen müsste,
könnte ein strategischer Käufer wesentlich schneller skalieren. Auris zeigt
deshalb eindrucksvoll:
Der strategische Wert einer MedTech-Technologie kann weit
über dem aktuellen Umsatz liegen.
Beispiel 2: Medtronic und Mazor Robotics – 1,64
Milliarden Dollar für 65 Millionen Dollar Umsatz
Das zweite Beispiel finde ich fast noch beeindruckender.
Medtronic kündigte 2018 die Übernahme von Mazor Robotics für
rund 1,64 Mrd. Dollar an. Mazor hatte im Geschäftsjahr 2017 gerade einmal:
64,9 Mio. Dollar Umsatz erzielt. Der Kaufpreis entsprach
damit grob dem 25-Fachen des damaligen Jahresumsatzes. Warum? Weil Medtronic
nicht 65 Mio. Dollar Umsatz kaufte.
Medtronic kaufte eine proprietäre Technologieplattform für
robotergestützte Wirbelsäulenchirurgie, eine bereits aufgebaute klinische
Positionierung, Know-how und die Möglichkeit, diese Technologie mit dem eigenen
Portfolio aus Implantaten, Navigation und Bildgebung zu kombinieren.
Und hier liegt meiner Meinung nach die wichtigste Parallele
zu PulmoPlas:
Wenn eine Technologie einen Behandlungsstandard verändern
könnte, wird ihr Wert nicht allein anhand des aktuellen Umsatzes bestimmt.
Entscheidend ist der zukünftige Markt, der durch die Technologie adressiert
werden kann.
Natürlich war Mazor zum Zeitpunkt der Übernahme deutlich
weiter entwickelt als PulmoPlas heute. Aber genau deshalb habe ich bei Viromed
unterschiedliche Szenarien.
Der Wert entsteht nicht auf einmal. Er entsteht durch De-Risking.
Fall B: Klinische Studien bestätigen die Ergebnisse beim
Menschen
Fall B ist für mich das wichtigste Feld auf der gesamten
Viromed-Bingo-Karte.
Stellen wir uns vor, das wissenschaftliche Paper ist
überzeugend.
Anschließend beginnen klinische Studien am Menschen.
Und auch diese Studien liefern positive Ergebnisse.
Dann verändert sich die gesamte Investmentthese.
Denn ab diesem Zeitpunkt lautet die Frage nicht mehr:
Kann Kaltplasma möglicherweise Krankheitserreger in der
Lunge reduzieren?
Sondern:
Kann PulmoPlas bei realen Patienten einen klinisch
relevanten medizinischen Nutzen erzeugen?
Das wäre ein fundamentaler Unterschied. Besonders wertvoll
wären für mich Ergebnisse, die über einen reinen mikrobiologischen Effekt
hinausgehen.
Eine Reduktion der Keimlast wäre wichtig. Noch bedeutender
wären aber beispielsweise eine geringere Häufigkeit beatmungsassoziierter
Pneumonien, weniger Antibiotikaeinsatz, eine kürzere Beatmungsdauer, weniger
Intensivtage oder eine Verbesserung anderer harter klinischer Endpunkte. Je
härter und wirtschaftlich relevanter der klinische Endpunkt, desto größer wäre
meiner Meinung nach der Wert der Technologie.
Warum erfolgreiche Humanstudien den Wert so stark
verändern könnten
Nach positiven klinischen Studien hätte Viromed ein
wesentlich anderes Asset.
PulmoPlas wäre dann nicht mehr nur wissenschaftlich
interessant. Die Technologie wäre klinisch validiert. Das ist aus meiner Sicht
genau der Punkt, an dem strategische MedTech-Konzerne besonders aufmerksam
werden könnten. Denn der größte Wert läge möglicherweise nicht einmal im
Verkauf der PulmoPlas-Geräte selbst. Interessant wäre vielmehr das langfristige
Geschäftsmodell. Eine erfolgreiche MedTech-Plattform kann Erlöse aus Geräten,
Verbrauchsmaterialien, Zubehör, Wartung, Service, Lizenzierung und
gegebenenfalls indikationsbezogenen Partnerschaften erzielen. Gerade
wiederkehrende Consumables-Umsätze können sehr attraktiv sein. Dazu kommt der
Plattformcharakter.
Viromed sieht PulmoPlas nicht ausschließlich als Lösung für
eine einzige Form der Pneumonie. Im Mai 2026 wurde beispielsweise eine
Zusammenarbeit mit NEBU-TEC angekündigt, bei der die Kaltplasmatechnologie mit
Inhalations- und Vernebelungssystemen kombiniert werden soll. Ein erster
Schwerpunkt liegt im veterinärmedizinischen Bereich; perspektivisch stehen auch
weitere Anwendungen im Raum.
Wenn sich der Wirkmechanismus grundsätzlich als sicher und
wirksam bestätigen sollte, könnte der strategische Wert deshalb deutlich größer
sein als der Wert einer einzigen Indikation.
Was könnte Viromed in Fall B wert sein?
Nach überzeugenden klinischen Humanstudien würde ich Viromed
nicht mehr wie ein kleines deutsches Medizintechnikunternehmen bewerten. Ich
würde anfangen, das mögliche langfristige Marktpotenzial von PulmoPlas zu
modellieren.
Und hier halte ich eine Unternehmensbewertung von:
0,8 bis 1,5 Milliarden Euro für grundsätzlich
plausibel.
Bei 21,25 Mio. heutigen Aktien entspräche das rein
rechnerisch:
800 Mio. Euro = ca. 37,65 Euro je Aktie
1,0 Mrd. Euro = ca. 47,06 Euro je Aktie
1,2 Mrd. Euro = ca. 56,47 Euro je Aktie
1,5 Mrd. Euro = ca. 70,59 Euro je Aktie
Wieder gilt: Das sind keine klassischen Kursziele und keine
Prognosen, sondern Szenariowerte. Bis dahin können Kapitalmaßnahmen, neue
Aktien, Akquisitionen und weitere Finanzierungen die Kapitalstruktur verändern.
Aber die Größenordnung halte ich nach erfolgreichen
klinischen Studien nicht für absurd. Die historischen M&A-Transaktionen
zeigen, dass strategische Käufer für technologisch differenzierte
MedTech-Plattformen Milliardenbeträge zahlen können, obwohl die Targets noch
weit von Milliardenumsätzen entfernt sind.
Und dann gibt es noch Fall C …
Fall C liegt deutlich weiter in der Zukunft. Er ist heute
deshalb naturgemäß hochspekulativ. Für meine Bingo-Karte möchte ich ihn
trotzdem zumindest erwähnen.
Fall C: PulmoPlas erhält den regulatorischen Marktzugang
in Europa und den USA.
In Europa würde es um den entsprechenden regulatorischen Weg
unter der Medical Device Regulation und die erforderliche CE-Kennzeichnung
beziehungsweise Marktfähigkeit für die vorgesehene medizinische Anwendung
gehen. In den USA wäre ein geeigneter FDA-Regulierungsweg erforderlich.
Welcher konkrete FDA-Pfad für ein finales PulmoPlas-Produkt
notwendig wäre, lässt sich heute meines Erachtens nicht seriös vorwegnehmen.
Das hängt unter anderem von Produktklassifizierung, Indikation, Risikoprofil
und der Frage ab, ob ein geeigneter Predicate Device existiert. Deshalb würde
ich heute nicht einfach behaupten: „PulmoPlas bekommt eine Zulassung.“ Das muss
regulatorisch erst geklärt werden.
Entscheidend ist etwas anderes: Wenn PulmoPlas irgendwann wissenschaftlich
validiert, klinisch erfolgreich und regulatorisch für große Märkte freigegeben
wäre, wären drei der größten Entwicklungsrisiken nacheinander reduziert:
wissenschaftliches Risiko → klinisches Risiko →
regulatorisches Risiko.
Was anschließend hauptsächlich übrig bliebe, wäre das
kommerzielle Risiko. Und genau in dieser Phase könnte eine Technologie für
große MedTech-Konzerne besonders attraktiv werden.
Meine PulmoPlas-Werttreppe
So sieht deshalb meine persönliche Szenariomatrix aus:
|
Entwicklungsstand |
Was wäre erreicht? |
Meine grobe Viromed-Bewertung* |
|
Aktuelle Phase |
präklinische Evidenz und technologische Optionalität |
Ausgangsbasis |
|
A: überzeugende wissenschaftliche Publikation |
starke externe wissenschaftliche Validierung |
250–450 Mio. € |
|
B: erfolgreiche klinische Humanstudien |
Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen bestätigt |
0,8–1,5 Mrd. € |
|
C: klinischer Erfolg + regulatorischer Marktzugang
Europa/USA |
Technologie weitgehend wissenschaftlich, klinisch und
regulatorisch de-risked |
1,5–3,0 Mrd. € denkbar |
|
C+ erfolgreiche Kommerzialisierung |
internationale Adoption und wiederkehrende Umsätze |
>3 Mrd. € langfristig nicht ausgeschlossen |
*Persönliche Szenarioannahmen, keine Kursziele oder
Garantien.
Ich möchte Fall C bewusst nicht zu stark ausbauen. Bis dahin
ist der Weg lang.
Aber gerade Auris, Mazor, Shockwave oder Inari zeigen, warum
ich eine spätere Milliardenbewertung nicht grundsätzlich für unrealistisch
halte. PulmoPlas müsste dafür nicht erst selbst Milliardenumsätze generieren. PulmoPlas
müsste vielmehr beweisen, dass die Technologie einen zukünftigen
Milliardenmarkt adressieren und medizinisch einen relevanten Unterschied machen
kann. Das ist ein großer Unterschied.
Die anderen Felder meiner Viromed-Bingo-Karte
PulmoPlas ist für mich der größte Werttreiber. Trotzdem gibt
es eine ganze Reihe weiterer Ereignisse, die den Investment Case in den
kommenden Monaten beeinflussen können.
Ein wichtiges Feld ist ViroCAP. Ende August erhielt
Viromed für ViroCAP die Registrierung im türkischen ÜTS-System. Damit wurden
nach Unternehmensangaben wesentliche regulatorische Voraussetzungen für
Vertrieb und Vermarktung in der Türkei erfüllt und bestehende Bestellungen
können ausgeliefert werden.
ViroCAP könnte damit wesentlich früher als PulmoPlas zeigen,
ob Viromed eine innovative Kaltplasmatechnologie tatsächlich in relevante
Umsätze umsetzen kann.
Ein weiteres großes Feld ist relyon plasma. Viromed
hatte im März 2026 eine Absichtserklärung zur vollständigen Übernahme der
relyon plasma GmbH unterzeichnet. relyon entwickelt und produziert Systeme im
Bereich atmosphärischer Plasmatechnologie und verfügt nach Unternehmensangaben
über ein umfangreiches Patentportfolio. Gemeinsam mit Viromed wurden unter
anderem ViroCAP und PulmoPlas entwickelt.
Im Juli wurde gemeldet, dass die Due Diligence erfolgreich
abgeschlossen wurde und sich Viromed und die TDK Electronics AG unverbindlich
auf verschiedene Eckpunkte verständigt haben. Die endgültige Transaktion war zu
diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Strategisch halte ich die Übernahme
für sehr interessant.
Viromed könnte dadurch Entwicklungskompetenz,
Produktions-Know-how, Technologie und IP stärker unter eigene Kontrolle
bringen. Aus einem Unternehmen, das Technologie zum Teil extern entwickeln und
produzieren lässt, könnte stärker eine vertikal integrierte
Kaltplasma-Plattform werden. Gleichzeitig kostet eine solche Übernahme
Geld. Damit kommen wir wieder zum Thema Finanzierung.
Halbjahreszahlen ?
Die Halbjahreszahlen 2026 sind laut Finanzkalender für
September angekündigt. Für meine langfristige These sind sie nicht so wichtig
wie die wissenschaftlichen und klinischen PulmoPlas-Meilensteine.
Die Risiken gehören genauso auf die Bingo-Karte
Bei aller Fantasie darf man sich nichts vormachen. Viromed
ist keine risikoarme Standardanlage. Die wissenschaftliche Publikation könnte
weniger überzeugend ausfallen als erwartet. Die Ergebnisse aus präklinischen
Modellen könnten sich beim Menschen nicht reproduzieren lassen. Es könnten
unerwartete Sicherheitsprobleme auftreten. Ein klinischer Effekt auf
Krankheitserreger könnte vorhanden sein, ohne einen ausreichend starken Effekt
auf relevante klinische Endpunkte zu erzielen. Regulatorische Verfahren könnten
länger dauern oder zusätzliche Studien verlangen. Der Aufbau einer
internationalen Vertriebsstruktur könnte teurer werden als angenommen. ViroCAP-Aufträge
könnten später oder in geringerem Umfang abgerufen werden. Die relyon-Übernahme
könnte mehr Kapital benötigen. Und zukünftige Kapitalerhöhungen könnten
bestehende Aktionäre verwässern. Das alles gehört für mich zu einer seriösen
Bewertung. Meine hohen Szenariowerte gelten deshalb nur, wenn die
entsprechenden Meilensteine tatsächlich erreicht werden.
Meine Viromed-Bingo-Karte hat eigentlich nur drei
wirklich wichtige große Felder
Wenn ich alle kommenden Nachrichten auf drei entscheidende
Ereignisse reduzieren müsste, wären es diese:
A: Die Wissenschaft bestätigt PulmoPlas.
Dann könnte aus einer interessanten Technologie ein
wissenschaftlich stark validiertes Entwicklungsprojekt werden.
Meine Bewertungsdimension:
250 bis 450 Mio. Euro.
B: Der Mensch bestätigt die Wissenschaft.
Wenn klinische Humanstudien Sicherheit und vor allem einen
relevanten medizinischen Nutzen zeigen, wäre PulmoPlas aus meiner Sicht nicht
mehr nur ein Entwicklungsprojekt. Es könnte eine neue MedTech-Therapieplattform
werden.
Meine Bewertungsdimension: 0,8 bis 1,5 Mrd. Euro.
Und irgendwann könnte noch das ultimative Feld hinzukommen:
C: Die Regulierungsbehörden öffnen die großen Märkte.
Sollte PulmoPlas nach erfolgreichen klinischen Studien
zusätzlich den regulatorischen Marktzugang in Europa und den USA erreichen,
könnte der strategische Wert aus meiner Sicht noch einmal erheblich steigen. Dann
wäre langfristig eine Größenordnung von:
>1,5 Mrd. Euro zumindest diskutierbar.
Mein Fazit: Bei Viromed geht es um asymmetrische
Wertentwicklung
Für mich ist Viromed keine klassische Value-Aktie. Die Aktie
lässt sich derzeit nicht sinnvoll über ein niedriges KGV oder eine hohe
Free-Cashflow-Rendite begründen.
Viromed ist vielmehr eine technologische Special
Situation mit erheblichen binären Elementen. Das bedeutet hohes Risiko. Aber
genau daraus entsteht auch die außergewöhnliche Optionalität. Die wichtigste
Frage ist meiner Meinung nach nicht, wie hoch der Umsatz von Viromed 2026 exakt
ausfallen wird. Die entscheidende Frage lautet:
Kann PulmoPlas von einer interessanten präklinischen
Technologie zu einer wissenschaftlich validierten, klinisch wirksamen und
schließlich regulatorisch zugelassenen Therapieplattform werden?
Wenn die Antwort Nein lautet, wäre ein großer Teil meiner
Investmentthese hinfällig.
Wenn die Antwort aber Ja lautet, muss Viromed meines
Erachtens völlig anders bewertet werden. Die Beispiele Auris Health und Mazor
Robotics zeigen, dass große MedTech-Konzerne bereit sind, Milliardenbeträge für
Technologien zu bezahlen, ohne dass die übernommenen Unternehmen bereits
Milliardenumsätze erzielen.
Sie kaufen nicht nur Umsatz. Sie kaufen klinische
Differenzierung, geistiges Eigentum, Markteintrittsbarrieren,
Plattformtechnologie und zukünftige Marktführerschaft. Genau deshalb finde
ich PulmoPlas so interessant.
Meine Viromed-Bingo-Karte enthält viele Felder. Aber am Ende
brauche ich für die ganz große Investmentthese eigentlich nur drei Treffer:
1. Die Wissenschaft bestätigt PulmoPlas.
2. Der Mensch bestätigt die Wissenschaft.
3. Die Regulierungsbehörden öffnen den Markt.
Sollte nur Punkt eins eintreten, sehe ich bereits
erhebliches Neubewertungspotenzial. Sollten Punkt eins und zwei eintreten,
halte ich eine Milliardenbewertung von Viromed für realistisch diskutierbar.
Und sollte irgendwann auch Punkt drei erfüllt sein, würde ich nicht mehr primär
fragen, wie viel Viromed mit PulmoPlas im nächsten Jahr verdient.
Dann würde sich für mich eine ganz andere Frage stellen:
Was wäre eine klinisch validierte und zugelassene neue
Therapieplattform für schwere Lungeninfektionen einem Johnson & Johnson,
Medtronic oder einem anderen globalen MedTech-Konzern wert?
Genau deshalb bleibt Viromed für mich eine der spannendsten
– aber auch risikoreichsten – Bingo-Karten im deutschen Small-Cap-Markt.
Was denkst du über die Aktie?
Hinweis: Dieser Beitrag stellt meine persönliche
Einschätzung und Szenarioanalyse dar und ist keine Anlageberatung. Die
genannten Bewertungen sind keine Kursziele oder Garantien. Insbesondere bei
frühen Medizintechnikprojekten bestehen erhebliche wissenschaftliche,
klinische, regulatorische, finanzielle und kommerzielle Risiken. Die
historischen M&A-Transaktionen dienen ausschließlich als Beispiele für
mögliche Bewertungsmechanismen im MedTech-Sektor und sind nicht unmittelbar auf
Viromed übertragbar.
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Disclaimer / Haftungsausschluss
Dieser Text wurde teilweise mit KI Anwendungen erstellt.
Alle Inhalte dienen nur zur Information und stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Selbstverständlich bemühe ich mich, die Fakten nach bestem Wissen und Gewissen zu präsentieren, aber sie können trotzdem ganz oder teilweise falsch sein.
Daher gilt: Ich übernehme keinerlei Haftung für Anlageentscheidungen, die Sie aufgrund der hier präsentierten Informationen treffen.
Interessenkonflikt: Der Autor dieser Publikation hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien/Wertpapiere der hier besprochenen Werte/Unternehmen und hat die Absicht, diese je nach Marktsituation zu veräußern und könnte dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität profitieren. Hierdurch besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt.





