Mittwoch, 25. Februar 2026

(•‿-) Finanzergebnisse der Sylvania Platinum Limited

 


Die finanzielle und operative Leistungsfähigkeit von Sylvania Platinum Limited im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 (HY1 FY2026) markiert einen signifikanten Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte. In einem Marktumfeld, das von einer massiven Erholung der Preise für Metalle der Platingruppe (PGM) und einer stabilen operativen Exzellenz geprägt war, konnte die Gruppe Ergebnisse vorlegen, die weit über den historischen Durchschnittswerten liegen.

Sämtliche Finanzdaten werden in diesem Bericht in US-Dollar ($) ausgewiesen, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Der Südafrikanische Rand (ZAR) wird als funktionale Währung der operativen Tochtergesellschaften für die Kostenanalyse herangezogen, während die Berichterstattung an die Aktionäre der funktionalen Berichtswährung der Gruppe folgt.

Zentrale Kennzahlen und finanzielle Performance

Die finanzielle Performance im Berichtszeitraum ist durch ein außergewöhnliches Wachstum in allen relevanten Metriken gekennzeichnet. Die folgende Tabelle präsentiert die Kernzahlen des ersten Halbjahres FY2026 im Vergleich zu den relevanten Vorperioden.

Kennzahl

HY1 FY2026

HY1 FY2025

Abweichung zum Vorjahr (%)

H2 FY2025 (Vgl.-Halbjahr)

Abweichung zu H2 FY2025 (%)

Nettoumsatz (Net Revenue)

$99,8 Mio.

$47,6 Mio.

+110%

$56,6 Mio.

+76,3%

Bereinigtes EBITDA

$51,0 Mio.

$9,9 Mio.

+414%

$19,4 Mio.

+162,9%

Nettoergebnis (Net Profit)

$23,2 Mio.

$7,2 Mio.

+222%

$13,0 Mio.

+78,5%

Gewinn pro Aktie (EPS)

8,93 US-Cents

2,73 US-Cents

+227%

5,00 US-Cents

+78,6%

4E PGM Produktion (Unzen)

49.164 oz

39.398 oz

+25%

41.604 oz

+18,2%

Durchschnittl. Korbpreis (4E)

$2.162/oz

$1.396/oz

+55%

$1.583/oz

+36,6%

 

Finanziellen Entwicklung und operativen Ursachen

Die im Berichtszeitraum erzielten Ergebnisse spiegeln eine seltene Konvergenz von operativer Höchstleistung und einem äußerst vorteilhaften makroökonomischen Umfeld wider. Der Anstieg des Nettoumsatzes um 110 % auf fast 100 Millionen US-Dollar ist das Resultat einer strategischen Optimierung der Sylvania Dump Operations (SDO), die von einer deutlichen Erholung der PGM-Preise flankiert wurde.

Operative Treiber der Umsatzsteigerung

Die Sylvania Dump Operations (SDO) erreichten im Berichtszeitraum eine Rekordproduktion von 49.164 4E PGM-Unzen. Dies ist der höchste Wert für ein Halbjahr in der Geschichte des Unternehmens. Wesentliche Faktoren für diese Entwicklung waren ein Anstieg der verarbeiteten PGM-Einsatztonnen um 9 % sowie eine signifikante Verbesserung der PGM-Eingangsgehalte (Feed Grades) um 10 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Verbesserung der Gehalte resultierte aus der optimierten Auswahl der Abraumquellen und einer stabilen Zufuhr von "Current Arisings" (neu anfallender Abraum aus laufenden Minenoperationen der Host-Minen), die typischerweise höhere Metallgehalte aufweisen als historische Haldenbestände.

 

Marktdynamik und Preisentwicklung

Die finanzielle Hebelwirkung der gestiegenen Produktion wurde durch den Anstieg des durchschnittlichen 4E-Bruttokorbpreises um 55 % auf 2.162 $ pro Unze massiv verstärkt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres ($1.396/oz) profitierte Sylvania von einer starken Preisrallye bei Platin und insbesondere Rhodium. Marktanalysen deuten darauf hin, dass die oberirdischen Lagerbestände dieser Metalle auf Mehrjahrestiefs sanken, während die Nachfrage aus der Industrie und für Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologien strukturell zunahm.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im zweiten Quartal FY2026 (Oktober bis Dezember 2025), in dem der realisierte Korbpreis bereits bei 2.374 $ pro Unze lag, was eine Fortsetzung des Aufwärtstrends gegenüber dem ersten Quartal ($1.953/oz) darstellt. Diese sequentielle Steigerung hat die EBITDA-Margen in Regionen getrieben, die zuletzt während des PGM-Booms von 2021 beobachtet wurden.

Kostenstruktur und Margenbewertung

Das bereinigte Gruppen-EBITDA stieg überproportional zum Umsatz um 414 % auf 51,0 Millionen US-Dollar. Dies verdeutlicht die hohe operative Hebelwirkung des Geschäftsmodells der Abraumwiederaufbereitung. Da ein Großteil der operativen Kosten (Labor, Energie, Wartung) fixen Charakter hat, fließen inkrementelle Umsatzsteigerungen durch höhere Preise fast vollständig in das Ergebnis.

Die Cash-Kosten pro 4E PGM-Unze lagen im zweiten Quartal FY2026 bei 935 $, ein Anstieg gegenüber den 863 $ im Vorquartal. Dieser Anstieg ist primär auf saisonale Wartungsarbeiten und die Inbetriebnahme der Filtrationsanlage zurückzuführen. Dennoch bleibt Sylvania ein Produzent im untersten Kostenquartil der PGM-Industrie, was eine erhebliche Resilienz gegenüber etwaigen Preisrückgängen bietet. In Rand-Termini (ZAR) blieben die Kosten pro Unze aufgrund der höheren Produktionsvolumina relativ stabil, was die Effizienz der SDO unterstreicht.

Einmaleffekte und Sondereinflüsse

Das Nettoergebnis des Halbjahres wurde durch einen nicht zahlungswirksamen Wertminderungsaufwand in Höhe von 12,3 Millionen US-Dollar auf das Explorationsprojekt Hacra belastet. Die Unternehmensleitung entschied, dieses Projekt nicht weiter zu verfolgen, da es nicht in den strategischen Entwicklungsplan passt und keine weiteren Kapitalmittel dafür bereitgestellt werden sollen. Ohne diesen Sondereffekt läge das Nettoergebnis bei etwa 35,5 Millionen US-Dollar, was die tatsächliche operative Ertragskraft noch deutlicher unterstreicht.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Beginn des operativen Beitrags des Thaba Joint Venture (Thaba JV). Obwohl der Hochlauf (Ramp-up) aufgrund von Instabilitäten in der Stromversorgung (Eskom-Netzleitung) langsamer verlief als erwartet, wurden im zweiten Quartal FY2026 die ersten Chrom- und PGM-Konzentrate versandt. Dies markiert den Beginn der Diversifizierung der Einnahmen in den Chrom-Markt, was künftig als Puffer gegen PGM-Preisvolatilität dienen soll.

Währungseinflüsse und Liquidität

Der Wechselkurs des Südafrikanischen Rands gegenüber dem US-Dollar zeigte im Berichtszeitraum eine Aufwertungstendenz am Periodenende (Closing Rate: 16,58 ZAR/$ gegenüber 17,64 ZAR/$ zum Ende FY2025). Während eine Aufwertung des Rand die in USD ausgewiesenen operativen Kosten erhöht, spiegelt sie oft ein stärkeres Vertrauen in den südafrikanischen Rohstoffsektor wider. Sylvania verfügt über keine aktive Absicherungspolitik für Währungen oder Metalle, was die Gruppe direkt der Volatilität aussetzt, aber gleichzeitig die volle Partizipation an steigenden Rohstoffpreisen ermöglicht.

Die Cash-Position sank zum 31. Dezember 2025 auf 54,0 Millionen US-Dollar. Dies ist jedoch nicht als Schwäche zu werten, sondern als Ergebnis einer disziplinierten Kapitalallokation. Im Berichtszeitraum wurden signifikante Mittel in das Thaba JV-Projekt, neue Abraumlagereinrichtungen (TSF) und die Dividendenzahlung für FY2025 (6,8 Mio. $) investiert. Die Gruppe bleibt schuldenfrei und finanziert ihre Expansion vollständig aus dem operativen Cashflow.

Prognosen und Ausblick

Sylvania blickt mit gestärktem Vertrauen auf das restliche Geschäftsjahr 2026. Die Anhebung der Produktionsprognose für PGMs auf 90.000 bis 93.000 Unzen (von zuvor 83.000 - 86.000 Unzen) ist ein starkes Signal an den Markt.

  • Produktion: Die Zielvorgaben für PGM wurden erhöht, während das Ziel für Chromkonzentrat aufgrund des vorsichtigen Thaba-Hochlaufs auf 60.000 bis 90.000 Tonnen angepasst wurde.
  • Investitionen: Die Investitionsausgaben werden im zweiten Halbjahr FY2026 voraussichtlich auf einem stabilen Niveau bleiben, um die Thaba JV-Infrastruktur zu vervollständigen und neue Tailings-Dämme zu sichern.
  • Dividenden und Rückkäufe: Mit der Ankündigung einer Zwischendividende von 2,00 Pence pro Aktie (deutlich über der interimistischen 0,75 Pence des Vorjahres) und der Bereitstellung von 2,5 Millionen US-Dollar für Aktienrückkäufe bekräftigt das Unternehmen seine aktionärsfreundliche Kapitalallokationspolitik.

 

Zusammenfassende Schlussfolgerung

Die Zwischenbilanz von Sylvania Platinum für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 dokumentiert eine Periode außergewöhnlicher Profitabilität und operativer Reife. Das Unternehmen hat die Phase niedrigerer PGM-Preise genutzt, um seine Anlagen zu optimieren und strategische Projekte wie das Thaba JV voranzutreiben, und erntet nun die Früchte dieser Investitionen. Mit einer EBITDA-Marge von über 50 % und einer signifikanten Steigerung der Dividendenausschüttung unterstreicht Sylvania seinen Status als einer der effizientesten Akteure im PGM-Sektor. Die klare strategische Fokussierung, gepaart mit einer disziplinierten Kostenkontrolle, lässt erwarten, dass das Unternehmen auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres eine überdurchschnittliche Performance liefern wird, was Sylvania zu einem attraktiven Wert für Investoren im Rohstoffsegment macht.


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Disclaimer / Haftungsausschluss

Alle Inhalte dienen nur zur Information und stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Selbstverständlich bemühe ich mich, die Fakten nach bestem Wissen und Gewissen zu präsentieren, aber sie können trotzdem ganz oder teilweise falsch sein.

Daher gilt: Ich übernehme keinerlei Haftung für Anlageentscheidungen, die Sie aufgrund der hier präsentierten Informationen treffen.

Interessenkonflikt: Der Autor dieser Publikation hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien/Wertpapiere der hier besprochenen Werte/Unternehmen und hat die Absicht, diese je nach Marktsituation zu veräußern. 



Dienstag, 24. Februar 2026

(•‿-) Finanzergebnisse der BlueNord ASA für das vierte Quartal 2025

 

BlueNord hat sich als einer der zentralen Akteure in der europäischen Energieinfrastruktur etabliert, insbesondere durch seine signifikante Beteiligung am Danish Underground Consortium (DUC) in der dänischen Nordsee. Das Berichtsjahr 2025 markiert für das Unternehmen den Übergang von einer Phase intensiver Kapitalinvestitionen in die sogenannte „Harvesting-Phase“, die durch eine Maximierung des Cashflows und eine aggressive Strategie zur Aktionärsrückvergütung gekennzeichnet ist.

In Übereinstimmung mit der offiziellen Finanzberichterstattung des Unternehmens werden alle monetären Werte in diesem Bericht, sofern nicht explizit anders angegeben, in US-Dollar (USD) ausgewiesen. Dies entspricht der funktionalen Währung von BlueNord, während die Dividendenzahlungen und Börsenkurse primär in Norwegischen Kronen (NOK) an der Osloer Börse abgewickelt werden. Die Analyse basiert auf den offiziellen Berichten zum Stichtag der Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Quartal am 24. Februar 2026.

Finanzielle Leistungsindikatoren und Quartalsvergleich

Der Übergang zur vollen operativen Kapazität des Tyra-Hubs hat die Finanzkraft von BlueNord im vierten Quartal 2025 massiv gestärkt. Die nachfolgenden Tabellen und Analysen verdeutlichen die Dynamik der Umsatz- und Ertragsentwicklung im Vergleich zu den relevanten Vorperioden.

Vergleich der Quartalszahlen (Q4 2025)

Die folgende Tabelle stellt die Kernkennzahlen für das vierte Quartal 2025 den Werten des unmittelbar vorangegangenen Quartals (Q3 2025) sowie des Vorjahresquartals (Q4 2024) gegenüber.

Kennzahl

Q4 2025 (Aktuell)

Q3 2025 (Vorherig)

Q4 2024 (Vorjahr)

Abw. zum Vorquartal (%)

Abw. zum Vorjahr (%)

Umsatz (USDm)

270,00

246,00

192,90

+9,76 %

+39,97 %

EBITDA (USDm)

186,00

131,00

109,10

+41,98 %

+70,49 %

Nettoergebnis (USDm)

13,67*

12,90

(75,90)

+5,97 %

n/a

Gewinn pro Aktie (EPS) (USD)

0,54*

0,20

(2,90)

+170,00 %

n/a

Hinweis: Umsatz und EBITDA basieren auf dem offiziellen Q4-Bericht vom 24.02.2026. Nettoergebnis und EPS wurden aus den gemeldeten NOK-Werten (130,26 Mio. NOK Net Income) zum aktuellen Wechselkurs von ca. 9,53 USD/NOK abgeleitet.

Vergleich der Year-to-Date (YTD) Zahlen 2025

Da es sich um den Abschlussbericht des Geschäftsjahres handelt, ist ein Vergleich der kumulierten Zahlen von entscheidender Bedeutung, um den Erfolg der strategischen Neuausrichtung zu bewerten.

Kennzahl

YTD 2025 (Gesamt)

YTD 2024 (Gesamt)

Abweichung (%)

Umsatz (USDm)

947,30

702,30

+34,89 %

EBITDA (USDm)

529,80

353,90

+49,70 %

Nettoergebnis (USDm)

63,87

(70,80)

n/a

Gewinn pro Aktie (EPS) (USD)

2,14

(2,70)

n/a

Ergebnisse des vierten Quartals 2025

Wesentliche Gründe für Abweichungen

Die finalen Zahlen für das vierte Quartal 2025 übertrafen die Erwartungen deutlich, insbesondere beim EBITDA, das mit 186 Mio. USD rund 70 % über dem Vorjahreswert lag. Haupttreiber war die höchste Quartalsproduktion in der Unternehmensgeschichte mit durchschnittlich 42,4 mboepd. Dies ist primär auf den erfolgreichen Hochlauf des Tyra-Hubs zurückzuführen, der nach einer geplanten Wartungsabschaltung im Oktober eine verbesserte Effizienz und weniger ungeplante Stillstände verzeichnete.

Die operativen Kosten konnten signifikant gesenkt werden: Die direkten Förderkosten (Lifting Costs) sanken auf 13 USD pro boe, was genau der langfristigen Zielvorgabe für die Zeit nach der Tyra-Wiederinbetriebnahme entspricht. Im Vorjahr belasteten zudem hohe Währungsanpassungen auf dänische Steuerverlustvorträge das Ergebnis, ein Effekt, der sich 2025 stabilisierte.

Bewertung der Umsatz- und Margenentwicklung

Die Umsatz- und Margenentwicklung wird als exzellent bewertet. Besonders hervorzuheben ist die operative Hebelwirkung: Während der Umsatz um rund 40 % stieg, konnte das EBITDA um über 70 % gesteigert werden. Die EBITDA-Marge sprang im vierten Quartal auf beeindruckende 68,9 %, was die hohe Cash-Generierung der modernisierten Anlagen unterstreicht. Der operative Cashflow erreichte im Quartal 168 Mio. USD, was BlueNord in die Lage versetzt, die Aktionärsrückvergütung am oberen Ende der Zielspanne fortzusetzen.

Informationen zur Bardividende (Q4 2025)

Zusammen mit den Ergebnissen hat BlueNord die Eckdaten für die Quartalsdividende veröffentlicht. Das Unternehmen schlägt eine Ausschüttung vor, die 70 % des Netto-Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit entspricht.

Detail

Information

Dividendenbetrag

NOK 42,84 pro Aktie

Währung

NOK

Letzter Tag inkl. Anrecht

23. März 2026

Ex-Datum

24. März 2026

Stichtag (Record Date)

25. März 2026

Zahltag

ca. 27. März 2026

Quelle: Offizielle Mitteilung „Key Information Relating to Cash Dividend“ vom 24.02.2026.

Prognosen und Ausblick

Das Management hat weitreichende strategische Updates gegeben:

  1. Refinanzierung: Die bestehende Reserve-Based Lending (RBL) Fazilität wurde erfolgreich refinanziert. Die Laufzeit wurde bis Ende 2031 verlängert, wobei bis Ende 2028 keine Tilgungszahlungen (Amortisation) anfallen, was die Liquidität für Dividenden maximiert.
  2. Investitionsplanung: Die Projekte Halfdan North und Valdemar Bo South werden überarbeitet, um die Renditen zu steigern. Die jährlichen Investitionsausgaben (Capex) für den Zeitraum 2027–2030 werden nun niedriger bei geschätzten 100–150 Mio. USD pro Jahr angesetzt.
  3. Lizenzverlängerung: Die Einladung der dänischen Regierung, eine Verlängerung der DUC-Lizenzen bis 2050 zu prüfen, wurde offiziell bestätigt und wird als massiver positiver Faktor für die langfristige Bewertung angesehen.

Auswirkungen auf den Aktienkurs

Kurzfristig wird eine deutlich positive Marktreaktion erwartet. Die Dividende von 42,84 NOK pro Aktie liegt deutlich über den Markterwartungen und unterstreicht BlueNords Status als „Cash-Maschine“. In Kombination mit der erfolgreichen RBL-Refinanzierung wird das finanzielle Risiko weiter reduziert.

Mittelfristig bleibt das Potenzial für eine Neubewertung hoch. Die Aussicht auf eine Lizenzverlängerung bis 2050 könnte den fairen Wert der Aktie in Richtung 600 NOK treiben, da dies die Laufzeit der stabilen Cashflows erheblich verlängert. Die aktuelle Dividendenrendite von über 28 % (annualisiert auf Basis der 2025er Zahlungen) stellt eine der attraktivsten Gelegenheiten im Sektor dar.


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Montag, 23. Februar 2026

(•‿-) Diese Aktien / Ergebnisveröffentlichungen schaue ich mir diese Woche an - KW 9/2026

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Der europäische Energiesektor und kritische Rohstofflieferketten

Die traditionellen Energiemärkte sowie die Lieferketten für kritische Rohstoffe befinden sich im Frühjahr 2026 in einer beispiellosen Transformationsphase. Während fossile Energieträger durch geopolitische Spannungen und komplexe Förderinfrastrukturen determiniert werden, unterliegen Spezialmetalle wie Lithium, Vanadium und Platingruppenmetalle (PGM) einem massiven, durch die Elektromobilität und erneuerbare Energien induzierten Schweinezyklus. Diese makroökonomischen Strömungen bilden das fundamentale Fundament für die anstehenden Quartalsberichte der in diesen Sektoren operierenden Unternehmen.

BlueNord ASA (BNOR.OL)

Der norwegische Öl- und Gasproduzent BlueNord operiert in einem spannungsgeladenen geopolitischen Umfeld, in dem die europäische Energiesicherheit höchste politische Priorität genießt. Das fundamentale Rückgrat des Unternehmens bildet zweifelsohne das hochkomplexe Tyra-II-Projekt in der dänischen Nordsee. Nach jahrelangen Verzögerungen und intensiven Kapitalaufwendungen nahm das Hub im November 2024 die Produktion wieder auf und befindet sich derzeit in der finalen Phase des Hochlaufs zur Plateau-Produktion. Die Gesellschaft bilanziert und berichtet in US-Dollar (USD), während die Aktie an der Osloer Börse in Norwegischen Kronen (NOK) notiert. Das anstehende Quartalsergebnis für das vierte Quartal 2025 wird am 24. Februar 2026 um 07:00 Uhr CET, also vor Börsenschluss, der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Konsensschätzungen für Umsatz und EPS des vierten Quartals 2025 sind in der aktuellen Marktbewertung weitgehend obsolet geworden, da das Management den Finanzmärkten bereits durch ein umfassendes operatives Update präzise Vorabinformationen geliefert hat. Die jüngsten vorläufigen Produktionsdaten für den Monat Januar 2026 belegen eine beeindruckende Rekordförderung von 43,1 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag (mboepd) netto für das Unternehmen.

Das aktuelle News-Sentiment rund um BlueNord ist als extrem bullisch und geradezu euphorisch zu klassifizieren. Analysten stufen die Aktie auf Basis dieser Fundamentaldaten als bis zu 16,8 Prozent unterbewertet ein und rufen ein faires Wertniveau von 550,20 NOK aus.

 

5N Plus Inc. (VNP.TO)

Der kanadische Produzent von hochreinen Spezialchemikalien und maßgeschneiderten Halbleitermaterialien, 5N Plus, hat sich in den vergangenen Quartalen zu einem der bemerkenswertesten Outperformer im Basic Materials Sektor entwickelt. Das an der Toronto Stock Exchange gelistete Unternehmen bilanziert und berichtet in US-Dollar (USD). Die Veröffentlichung der Finanzergebnisse für das vierte Quartal 2025 wird am 24. Februar 2026 nach Börsenschluss erwartet. Die Konsensschätzungen der Analystengilde für das abgelaufene Berichtsquartal sind außerordentlich ehrgeizig und spiegeln das ungebrochene fundamentale Momentum wider. Der Markt rechnet mit einem Quartalsumsatz von exakt 91,33 Millionen USD und prognostiziert ein Ergebnis pro Aktie (EPS) von 0,083 USD.

Das aktuelle Sentiment rund um 5N Plus ist unzweifelhaft als extrem bullisch zu bezeichnen. Die Aktie surft auf einer massiven Erfolgswelle und hat über das vergangene Jahr eine atemberaubende Wertsteigerung von rund 268 Prozent vollzogen. Diese fundamentale Neubewertung ist tief in der operativen Exzellenz des Unternehmens verwurzelt. Im unmittelbar vorangegangenen Quartal (Q2/Q3 2025) pulverisierte 5N Plus sämtliche Prognosen der Wall Street. Das Unternehmen meldete ein EPS von 0,17 USD gegenüber einer Schätzung von 0,0825 USD, was einer epischen Gewinnüberraschung von 106,06 Prozent entsprach. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 28 Prozent, massiv angetrieben durch eine explodierende Nachfrage aus den Sektoren für erneuerbare Energien (Photovoltaik) und fortschrittliche Spezialhalbleiter. Die strategische Fokussierung auf hochmargige Nischenmärkte und die kontinuierliche Ausweitung von langfristigen Lieferabkommen haben die Wettbewerbsposition des Unternehmens untermauert.

Die Analyse der historischen Volatilität über die letzten vier Berichtsperioden offenbart ein klares, direktionales Muster: Die Aktie neigt nach starken Quartalsberichten zu massiven Aufwärts-Gaps und starken Momentum-Rallyes, da institutionelle Investoren den Titel systematisch in ihren Portfolios übergewichten müssen, um den Sektor adäquat abzubilden. Trotz der bereits massiven Kursrallye im Vorfeld der Zahlen ist das fundamentale Momentum derart stark, dass klassische Überbewertungsängste derzeit vom Markt ignoriert werden. Die Wachstumskennzahlen – eine Eigenkapitalrendite von über 23 Prozent und eine Nettomarge von über 12 Prozent – rechtfertigen eine anhaltende Multiple-Expansion.

 

AMG Critical Materials N.V. (AMG.AS)

Das in Amsterdam gelistete Unternehmen AMG Critical Materials agiert global an der kritischen Schnittstelle von Spezialmetallurgie, Vakuumofentechnologie und der strategisch immens wichtigen Lieferkette für Batteriematerialien. Das Unternehmen berichtet seine finanziellen Resultate in US-Dollar (USD). Die Publikation der Zahlen für das vierte Quartal 2025 ist für den 25. Februar 2026 vor Börsenschluss terminiert. Die fundamentalen Rahmenbedingungen für AMG waren im abgelaufenen Geschäftsjahr von extremen Verwerfungen an den Rohstoffmärkten geprägt. Insbesondere das vierte Quartal 2025 stand im Schatten der anhaltenden, strukturellen Preisschwäche bei Lithium und Vanadium, den beiden margenstärksten Kernprodukten des Unternehmens.

Im Q3 2025 verzeichnete AMG einen unerwartet starken Umsatz von 435 Millionen USD, was einer Steigerung von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entsprach. Das bereinigte EBITDA explodierte förmlich um 58 Prozent auf 64 Millionen USD. Diese beeindruckende Resilienz in einem ansonsten toxischen Rohstoffumfeld ist primär auf die herausragende Performance des Segments AMG Technologies zurückzuführen. Das Engineering-Geschäft profitierte von einem historischen Rekord-Auftragspolster, das bereits im Vorfeld auf über 416 Millionen USD angewachsen war.

Das Sentiment für AMG ist derzeit als vorsichtig optimistisch zu bewerten. Der Markt anerkennt die strategische Weitsicht des Managements unter der Führung von Dr. Heinz Schimmelbusch. Die erfolgreiche Produktion von Lithiumhydroxid in Batteriequalität am Standort Bitterfeld und die bevorstehende Erweiterung der Chrommetallproduktion in den USA (New Castle), die AMG ab dem zweiten Quartal 2026 zum einzigen vertikal integrierten Produzenten in den Vereinigten Staaten machen wird, stützen die langfristige Wachstumsstory. Zudem hat das Management den Markt darauf vorbereitet, dass das Unternehmen das Ende seiner extrem kapitalintensiven Expansionsphase erreicht hat und für das Gesamtjahr 2025 den Break-even beim Free Cashflow anvisiert.

Die historische Volatilitätsanalyse der letzten vier Berichte zeigt, dass die AMG-Aktie traditionell extrem empfindlich und mit massiven Kursausschlägen auf Margenveränderungen im Lithium-Geschäft reagiert. In der Vergangenheit führten schwache Rohstoffpreise oft zu überzogenen Panikverkäufen. In der aktuellen Konstellation jedoch liegt ein hochattraktives asymmetrisches Risikoprofil vor. Die Erwartungen an den Lithium-Preis sind vom Markt bereits auf ein absolutes Minimum heruntergeschraubt worden, sodass negative Überraschungen aus diesem Segment kaum noch Absturzpotenzial bergen. Gleichzeitig floriert das Engineering-Geschäft auf Rekordniveau.

 

Technologie, Software-as-a-Service (SaaS) und Outsourcing

Der Technologiesektor, insbesondere Unternehmen mit starken Bezügen zu künstlicher Intelligenz (KI) und wiederkehrenden SaaS-Erlösen, erlebte Anfang 2026 eine harte Realitätsprüfung. Während Unternehmen, die KI erfolgreich monetarisieren können, mit enormen Bewertungsprämien gehandelt werden, leiden Dienstleister, deren Geschäftsmodelle durch KI bedroht sind, unter drastischen Multiple-Kompressionen.

 

Docebo Inc. (DCBO.TO)

Das kanadische Softwareunternehmen Docebo hat sich als führender Anbieter von Cloud-basierten, KI-gestützten Lern- und Entwicklungsplattformen (LMS) für den Enterprise-Sektor etabliert. Die Gesellschaft berichtet ihre Finanzkennzahlen in US-Dollar (USD). Der mit Spannung erwartete Quartalsbericht für das vierte Quartal 2025 ist für den 27. Februar 2026 vor Börsenschluss angesetzt. Die Erwartungshaltung des Marktes manifestiert sich in ambitionierten Konsensschätzungen: Analysten prognostizieren einen Quartalsumsatz von 62,63 Millionen USD und ein Ergebnis pro Aktie (EPS) von 0,304 USD.

Der treibende Wachstumsmotor ist die erfolgreiche kommerzielle Einführung von drei neuen, hochprofitablen KI-Produkten: "AI Authoring", "Advanced Analytics" und "Communities". Diese Innovationen stärken nicht nur die Wettbewerbsposition gegenüber Legacy-Anbietern, sondern befeuern auch die Pipeline im lukrativen Enterprise-Segment.

Die Betrachtung der historischen Volatilität über die letzten vier Earnings-Events zeichnet jedoch ein differenziertes Bild. Docebo wird an den Märkten als "Priced for Perfection"-Aktie gehandelt. Dies zeigte sich exemplarisch bei der letzten Zahlenvorlage im November 2025: Obwohl das Unternehmen die EPS-Schätzungen um signifikante 32,6 Prozent übertraf (0,29 USD vs. 0,26 USD erwartet), fiel der Aktienkurs im unmittelbaren Nachgang um 5,5 Prozent. Dieses Reaktionsmuster ist klassisch für Wachstumsaktien, bei denen algorithmische Händler sofort Gewinne mitnehmen, wenn das "Annual Recurring Revenue" (ARR) Wachstum nicht exponentiell ausfällt (im Vorquartal wurden 9,2 Millionen USD neues ARR hinzugefügt, leicht unter dem Vorjahreswert von 10,8 Millionen USD).

Für die anstehende Marktsimulation ergibt sich daraus ein komplexes Setup. Das Sentiment ist bullisch, die Konsensschätzungen sind anspruchsvoll, und die Historie mahnt zur Vorsicht bei der Interpretation von "Beats". Dennoch überwiegt die fundamentale Stärke. Da SaaS-Werte in der aktuellen Marktphase rigoros nach der Skalierbarkeit ihrer KI-Features bewertet werden und Docebo hier nachweislich liefert, wird ein starkes viertes Quartal erwartet, das die leichten ARR-Dellen des Vorquartals glättet.

 

kneat.com, inc. (KSI.TO)

Das irisch-kanadische Softwareunternehmen Kneat ist ein hochspezialisierter Nischenanbieter, der sich auf die Digitalisierung und Automatisierung komplexer Validierungs- und Qualitätsprozesse in den stark regulierten Bereichen der Pharma-, Biotech- und Medizintechnikindustrie fokussiert hat. Das Unternehmen bilanziert und veröffentlicht seine Zahlen in Kanadischen Dollar (CAD). Die Präsentation der Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 erfolgt am 25. Februar 2026 nach Börsenschluss. Die auf das Gesamtjahr extrapolierten Konsensschätzungen gehen von einem Jahresumsatz im Bereich von 59,99 Millionen CAD aus, begleitet von einem negativen EPS von -0,0126 CAD, was den anhaltenden Cash-Burn in der Wachstumsphase illustriert.

Das derzeitige News-Sentiment rund um Kneat ist als zutiefst pessimistisch und tiefrot zu bezeichnen. Die Aktie durchlebte im November 2025 ein regelrechtes Trauma, als der Kurs nach der Veröffentlichung der Q3-Zahlen brutal um 26 Prozent einbrach. Der Auslöser für diesen Crash war eine Kombination aus verfehlten, extrem ehrgeizigen Umsatzschätzungen (obwohl der Gesamtumsatz um 26 Prozent auf 16,1 Millionen CAD stieg) und einer massiven Enttäuschung bezüglich der Profitabilität. Das Management sah sich gezwungen, den Markt dahingehend zu informieren, dass der so wichtige Zeitpunkt für das Erreichen der Gewinnschwelle (Breakeven) auf das Jahr 2027 verschoben werden müsse. In der Folge dieses Schocks kapitulierten zahlreiche institutionelle Investoren, und Sell-Side-Analysten strichen reihenweise ihre Kursziele auf bis zu 6,80 CAD zusammen.

 

TaskUs, Inc. (TASK.O)

Das amerikanische Business Process Outsourcing (BPO) Unternehmen TaskUs operiert an vorderster Front der digitalen Dienstleistungsbranche und bietet Customer Experience Management, Content Moderation und KI-Daten-Services primär für schnell wachsende Technologieunternehmen an. TaskUs bilanziert in US-Dollar (USD). Das Unternehmen wird seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 am 25. Februar 2026 nach Börsenschluss vorlegen. Der Marktkonsens formuliert für das Berichtsquartal einen erwarteten Umsatz von 304,02 Millionen USD, was einem Wachstum von rund 10,9 Prozent entsprechen würde, sowie ein geschätztes EPS von 0,36 USD, ein anvisierter Anstieg von 16,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Sentiment für TaskUs ist stark von strukturellen Ängsten geprägt und muss als überwiegend bärisch eingestuft werden. Die BPO-Branche steht unter massivem Disruptiondruck durch Generative Künstliche Intelligenz (LLMs), welche klassische Call-Center- und Moderationsdienstleistungen obsolet zu machen droht. Zwar konnte TaskUs im dritten Quartal 2025 die Erwartungen mit einem Umsatz von 298,7 Millionen USD (17 Prozent Wachstum) und einem Non-GAAP EPS von 0,42 USD schlagen , doch der Ausblick für das vierte Quartal zerstörte das Momentum. Die Umsatz-Guidance für Q4 wurde mit einem Mittelwert von 303,4 Millionen USD rund 1,4 Prozent unter den Erwartungen der Wall Street publiziert. Dies führte zu sofortigen Herabstufungen, wobei Analysten ihre Kursziele schrittweise bis auf 15,75 USD im Februar 2026 senkten. Das Vertrauen der Investoren wurde zusätzlich durch Insiderverkäufe im Volumen von 358.000 USD durch einen Co-Founder erschüttert.

Die historische Volatilität der TaskUs-Aktie über die letzten vier Berichte ist extrem hoch und stark asymmetrisch nach unten gerichtet. Im Oktober 2025 erlebte der Titel bereits einen Kurssturz von 16 Prozent infolge erodierender Investorenstimmung. Die Sensibilität der Aktie gegenüber kleinsten Abweichungen im Umsatzwachstum ist enorm, da BPO-Dienstleister in der derzeitigen Marktphase beweisen müssen, dass sie nicht auf der falschen Seite der KI-Revolution stehen. Die Margen stehen unter Druck, und die historisch schwache Guidance für Q4 lässt wenig Spielraum für Überraschungen nach oben. Da das makroökonomische Umfeld für Tech-Outsourcing angespannt bleibt und Investoren bei kleinsten Anzeichen von Schwäche sofort Kapital abziehen, wird ein Verfehlen der Konsensschätzungen oder ein schwacher Ausblick für 2026 zu einem deutlichen Abverkauf führen.

 

Edelmetalle und südafrikanischer Bergbau

Die Bergbauunternehmen in Südafrika navigieren durch eine Periode, die von extremen Volatilitäten bei den Rohstoffpreisen, insbesondere bei Platingruppenmetallen (PGM) und Chrom, sowie lokalen infrastrukturellen Herausforderungen gekennzeichnet ist. Die Diskrepanz zwischen operativer Leistung und Marktbewertung erreicht in diesem Sektor im Frühjahr 2026 historische Ausmaße.

 

Sylvania Platinum Limited (SLP.L)

Sylvania Platinum, ein auf die Rückgewinnung von PGM aus Chrom-Tailings spezialisierter Mid-Tier-Produzent mit Sitz in Südafrika, wird seine Zwischenergebnisse für das Halbjahr (H1 FY2025) am 25. Februar 2026 um 12:00 GMT (vor Börsenschluss in den USA/Kanada, jedoch während des europäischen Handels) veröffentlichen. Das Unternehmen bilanziert und berichtet primär in US-Dollar (USD).

Das Sentiment der Investoren ist stark angeschlagen, hochgradig nervös und von extremen Schwankungen gekennzeichnet. Noch im Dezember 2025 feierten Investoren eine Kursrallye von 27 Prozent, angetrieben von einer soliden operativen Basis. Doch bereits Anfang Februar 2026 stürzte die Aktie abrupt um 15 Prozent ab, da die Sorge vor sinkenden Rhodium- und Palladiumpreisen den gesamten Sektor in Sippenhaft nahm. Dabei ist die fundamentale operative Performance des Unternehmens bemerkenswert robust.

Die Analyse der historischen Volatilität der letzten vier Berichtszeiträume zeigt, dass Sylvania ein klassischer High-Beta-Titel ist, dessen Kursverlauf oft von übertriebenen Reaktionen auf temporäre Preisschwankungen am Rohstoffmarkt geprägt ist. Die jüngsten Kursverluste im Februar haben eine extrem tiefe, pessimistische Erwartungshaltung zementiert. Diese Diskrepanz zwischen Aktienkurs und der tatsächlichen Bilanzqualität ist der Kern des Volatilitäts-Setups. Zudem signalisiert das Management extremes Vertrauen in die eigene Unterbewertung, indem es im Dezember ein aggressives Aktienrückkaufprogramm initiierte. Wenn die Erwartungen der Analysten derart gedämpft sind, das Sentiment durch den jüngsten 15-Prozent-Drop am Boden liegt, die Historie aber gewaltige Erholungsrallyes aufzeigt, fungieren die robusten Cashflows aus den Tailings-Projekten als perfekter Zündfunken.

 

Technologische Hardware und Edge-KI in Skandinavien

Der skandinavische Markt, insbesondere der von der Euronext Growth Oslo dominierte Sektor für Technologiewerte, zeichnet sich durch oftmals geringere Liquidität, aber dafür umso explosivere Kursbewegungen bei fundamentalen Meilensteinen aus.

 

Elliptic Laboratories ASA (ELABS.OL)

Das norwegische Technologieunternehmen Elliptic Labs, ein globaler Vorreiter in der Entwicklung von KI-basierten "Virtual Smart Sensors" für Smartphones, Laptops und IoT-Geräte, wird seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 am 26. Februar 2026 um 08:00 Uhr CEST (vor Börsenschluss) präsentieren. Das Unternehmen berichtet in Norwegischen Kronen (NOK). Für das abgelaufene Berichtsquartal gibt es keine isolierten, starren Konsensschätzungen für Umsatz und EPS in den verfügbaren Daten, jedoch lieferte das dritte Quartal 2025 mit einem phänomenalen Umsatz von 42,3 Millionen NOK bereits die Blaupause für die Wachstumsdynamik.

Die proprietäre KI-Software, die herkömmliche Hardware-Sensoren ersetzt und so Kosten und Platz in Endgeräten spart, verzeichnet hohe Adoptionsraten. Im dritten Quartal 2025 wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um atemberaubende 50 Prozent, während das EBITDA von mageren 0,5 Millionen NOK im Vorjahr auf 12,7 Millionen NOK explodierte. Dieser Trend wurde im vierten Quartal 2025 und Anfang 2026 nahtlos fortgesetzt. Das Unternehmen meldete eine Flut von neuen Verträgen und Auslieferungen mit den globalen Top-5-Smartphone-Giganten. Allein im Januar 2026 wurde die Plattform auf Modellen von Honor und Vivo ausgerollt, flankiert von gigantischen Expansionsverträgen für über 20 kommende Smartphone-Modelle und 11 neue Consumer-Laptops (darunter Lenovo).

Die Tatsache, dass das Management Ende Januar 2026 rigide Kostensenkungsprogramme implementiert hat , zeigt zudem den unbedingten Willen, das gigantische Umsatzwachstum nun in harte Profitabilität und Free Cashflow zu konvertieren. Die Kombination aus einem unaufhaltsamen kommerziellen Momentum (58 neue Smartphone-Modelle allein in 2025 integriert ), strategischen Kostensenkungen und einem hochgradig bullischen Sentiment macht Elliptic Labs zu einem prime Kandidaten für einen gewaltigen Kurssprung.

 

Cyviz AS (CYVIZ.OL)

Cyviz, ebenfalls in Oslo gelistet, ist ein hochspezialisierter globaler Technologieanbieter für umfassende Konferenz-, Kontroll- und Kommandozentralen, die primär von Fortune-500-Unternehmen und Regierungsbehörden genutzt werden. Das Unternehmen veröffentlicht seine Q4-Zahlen am 26. Februar 2026 um 09:00 Uhr CET (vor Börsenschluss) und berichtet in NOK.

Das Sentiment für Cyviz ist ausgesprochen bullisch, getrieben von einem konstanten und dichten Strom an positiven Corporate-News in den Wochen vor dem Earnings-Event. Die Kommunikationsstrategie des Unternehmens ist offensiv: Zwischen Ende Dezember 2025 und Ende Januar 2026 vermeldete Cyviz in rascher Folge neue Großaufträge von führenden Fortune-500-Beratungsunternehmen, der Central Energy Company sowie signifikante Order-Eingänge für Boardroom- und Collaboration-Lösungen.

Die historische Volatilität bei Cyviz ist durch die Illiquidität des Marktes (Euronext Growth) strukturell erhöht. In solchen engen Märkten führen bestätigte Auftragsbestände (Backlog), die im Earnings-Call in realisierten Umsatz und verbesserte Cashflows umgewandelt werden, zu unmittelbaren, sehr direkten Kursanstiegen. Da die fundamentale Nachrichtenlage der letzten acht Wochen ausschließlich von starken Auftragseingängen dominiert war, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Management im anstehenden Q4-Bericht ein signifikantes Umsatzwachstum und eine sehr positive Guidance für 2026 bestätigen wird.

 

Finanzdienstleistungen und Biopharmazie

Abschließend fokussiert sich die Analyse auf zwei hochkapitalisierte, fundamental grundsolide Werte, die als Stabilitätsanker in von Volatilität geprägten Märkten fungieren und durch ihre Vorhersehbarkeit eine gänzlich andere Optionspreisdynamik aufweisen.

 

Powszechny Zaklad Ubezpieczen SA (PZU.WA)

Der polnische Versicherungsgigant PZU, die größte Finanzinstitution in Mittel- und Osteuropa, präsentiert seine Jahresergebnisse 2025 am 26. Februar 2026 vor Börsenschluss in Warschau. Das Unternehmen bilanziert in Polnischen Zloty (PLN). Die schiere Größe des Unternehmens spiegelt sich in den enormen Konsensschätzungen wider: Analysten erwarten für das Gesamtjahr 2025 einen massiven Bruttoumsatz von 63,21 Milliarden PLN und ein extrem solides EPS von 7,99 PLN.

Das Sentiment rund um PZU ist von fundamentaler Stärke und stoischer Stabilität geprägt. Das Unternehmen agiert in einem oligopolistischen Markt und brilliert durch eine enorm starke Kapitalposition, manifestiert in einer Solvency II Ratio von weit über 234 Prozent. Die operative Performance im abgelaufenen Jahr war exzellent, insbesondere angetrieben durch ein fulminantes Wachstum im Nicht-Kfz-Versicherungsbereich (+7,4 Prozent bei Massenversicherungen) sowie einer starken Expansion in baltischen Nachbarmärkten. Ein zentraler Vertrauensanker für institutionelle Investoren ist zudem die unerschütterliche Dividendenpolitik des Unternehmens, die eine Rendite von rund 8 Prozent generiert und die Eigenkapitalrendite (ROE) bei über 22 Prozent stabilisiert.

Die historische Volatilitätsanalyse der letzten vier Quartale zeigt bei PZU ein Muster extremer Trägheit am Tag der Zahlenvorlage. Als systemrelevanter Finanzwert in Osteuropa wird die Aktie von hochgradig effizienten Analystenmodellen gecovert. Große, unerwartete Überraschungen bei den Schadensquoten (Combined Ratio) oder den Prämieneinnahmen sind bei derartigen Portfoliogrößen mathematisch extrem selten und werden durch Rückversicherungen ohnehin geglättet. Die soliden Parameter, das erwartete Umsatzwachstum und die anstehende Dividende sind vollständig und effizient vom Markt erfasst und in den Kurs eingepreist. Optionen auf PZU verzeichnen vor den Earnings kaum einen nennenswerten Anstieg der impliziten Volatilität. Dementsprechend ist am 26. Februar 2026 keine nennenswerte Kursreaktion zu erwarten; das Ereignis ist makellos eingepreist.

 

Clinuvel Pharmaceuticals Limited (CUV.AX)

Das australische Biopharma-Unternehmen Clinuvel, weltberühmt für sein bahnbrechendes Präparat SCENESSE zur Behandlung der seltenen Hautkrankheit Erythropoetische Protoporphyrie (EPP), legt seine Halbjahreszahlen (H1 FY2026) am 26. Februar 2026 vor. Die Bilanzierung erfolgt in Australischen Dollar (AUD). Für das aktuelle Halbjahr prognostizieren Analysten einen grundsoliden Umsatz von rund 75,00 Millionen AUD.

Das Sentiment bezüglich Clinuvel ist extrem stabil und von Respekt vor der kommerziellen Exzellenz des Managements geprägt, wenngleich es an explosiver Wachstumsfantasie mangelt. Clinuvel ist eine fundamentale Festung in einem ansonsten hochriskanten Biotech-Sektor. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 verzeichnete das Unternehmen den neunten Jahresgewinn in Folge bei einem kontinuierlichen Umsatzwachstum von 10 Prozent und einer beeindruckenden Nettomarge von über 38 Prozent. Dennoch wird das Management in Investorenkreisen oftmals für seine extrem konservative, fast schon dogmatische Kapitalallokation kritisiert. Die Barreserven steigen unaufhörlich an (auf 224,1 Millionen AUD im FY2025), ohne dass signifikante M&A-Aktivitäten oder aggressive Aktienrückkäufe getätigt werden. Dies dämpft die Fantasie für Übernahmen oder rasantes anorganisches Wachstum erheblich.

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