1. Einleitung: Die Anatomie einer binären
Investitionsthese
Wir schreiben Januar 2026. Die globalen Finanzmärkte
befinden sich in einer Phase der Neukalibrierung, in der Technologie-Microcaps
oft übersehen werden, es sei denn, sie stehen unmittelbar vor transformativen
Ereignissen. Die Aktie der Intermap Technologies Corporation (im Folgenden
"Intermap" oder "das Unternehmen") repräsentiert genau ein
solches Szenario: Ein Unternehmen an der Schwelle zu einer fundamentalen
Neubewertung, gefangen im Spannungsfeld zwischen bewiesener technologischer
Exzellenz und der zähen Realität bürokratischer Beschaffungsprozesse in
Schwellenländern.
Der Aktienkurs, der sich aktuell im Bereich von 1,65
CAD bewegt, spiegelt eine tiefe Marktunsicherheit wider. Die
Marktkapitalisierung von etwa 125 Mio CAD preist derzeit weder den vollen Erfolg
der indonesischen Expansion noch das wachsende Potenzial des
Versicherungsgeschäfts ein. Vielmehr handelt es sich um eine Optionsprämie auf
den Fortbestand und den eventuellen Durchbruch.
Wir betrachten hier kein klassisches Value-Investment
im Sinne von stetigen Cashflows und Dividenden. Wir betrachten eine
asymmetrische Wette auf die digitale Souveränität einer der größten
Volkswirtschaften Südostasiens. Die Kernfrage, die jeden Investor umtreibt,
lautet: Wird Intermap den Zuschlag für die nächste Phase des "Integrated
Land Administration and Spatial Planning Project" (ILASPP) in Indonesien
erhalten? Und wenn ja, wann?
Diese Analyse wird nicht nur die finanziellen
Kennzahlen sezieren, sondern tief in die Physik der Fernerkundung (Remote
Sensing), die geopolitische Notwendigkeit der indonesischen "One Map
Policy" und die Wettbewerbsdynamik eintauchen. Wir werden die
Wahrscheinlichkeit des Vertragsgewinns nicht durch Kaffeesatzleserei ermitteln,
sondern durch eine forensische Analyse der Weltbank-Beschaffungsrichtlinien,
der technischen Spezifikationen und der strategischen Allianzen vor Ort.
Die These, die diesem Bericht zugrunde liegt, ist
vielschichtig: Intermap hat durch seine proprietäre IFSAR-Technologie einen
"Burggraben" (Moat) geschaffen, der speziell in den Tropen nahezu
unüberwindbar für optische Satellitenkonkurrenten ist. Gleichzeitig hat das
Management durch die Kapitalerhöhung im September 2025 das existenzielle
Liquiditätsrisiko vorerst eliminiert, was dem Unternehmen die nötige Zeit
("Runway") verschafft, um die unvermeidlichen Verzögerungen in
Jakarta auszusitzen. Doch Vorsicht ist geboten: Das Risiko ist real, und es ist
binär.
2. Unternehmenshintergrund und Strategische
Neuausrichtung
Um die Zukunft von Intermap zu prognostizieren, ist
ein Verständnis der DNA des Unternehmens unerlässlich. Intermap ist kein
Startup, das sich noch beweisen muss, sondern ein Veteran der Geodaten-Branche
mit einer Geschichte, die bis zu den Anfängen der Luftbildvermessung
zurückreicht.
2.1 Von der Hardware zur Intelligence: Die Evolution
des Geschäftsmodells
Ursprünglich als Datenlieferant positioniert, der
physische Karten oder Datensätze auf Festplatten verkaufte, hat Intermap eine
schmerzhafte, aber notwendige Transformation durchlaufen. Das moderne Intermap
versteht sich als Anbieter von Geospatial Intelligence (GEOINT) und Elevation-as-a-Service.
Diese Transformation war notwendig, da die
Kommoditisierung von Satellitendaten (durch Anbieter wie Planet Labs oder
Maxar) die Preise für einfache 2D-Bilder drastisch gesenkt hat. Intermap jedoch
operiert nicht im Markt für "schöne Bilder", sondern im Markt für
präzise 3D-Strukturdaten. Das Kerngeschäft teilt sich heute in zwei
Hauptsäulen:
- Regierungsaufträge
(Government Services): Hierbei handelt es sich um großvolumige,
projektbasierte Aufträge zur Erstellung nationaler Geodateninfrastrukturen
(Spatial Data Infrastructures - SDI). Das Paradebeispiel ist Indonesien.
Diese Aufträge sind umsatzstark, aber unregelmäßig ("lumpy").
- Kommerzielle
Lösungen (Commercial Solutions): Dies ist der Versuch, wiederkehrende Einnahmen
(Recurring Revenue) zu generieren. Hierzu gehören Abonnementdienste für
die Versicherungsbranche, die Intermaps Höhendaten nutzen, um Flutrisiken
punktgenau zu modellieren.
2.2 Finanzielle Restrukturierung: Die Bedeutung der
21-Millionen-Finanzierung
Ein kritischer Wendepunkt in der jüngeren
Unternehmensgeschichte war der September 2025. Bis zu diesem Zeitpunkt schwebte
das Damoklesschwert der Illiquidität über dem Unternehmen. Die Barmittel waren
knapp, und die "Going Concern"-Warnung der Wirtschaftsprüfer (Zweifel
an der Fortführung der Unternehmenstätigkeit) schreckte institutionelle
Investoren ab.
Das Management führte eine Kapitalerhöhung
("Bought Deal Financing") durch, die Bruttoerlöse von 21 Millionen
USD einbrachte.
Die strategische Bedeutung dieses Schrittes kann nicht
hoch genug eingeschätzt werden:
- Beseitigung des
Insolvenzrisikos: Mit einem Working
Capital von 23,3 Millionen USD zum Ende des dritten Quartals 2025 4
konnte die "Going Concern"-Anmerkung aus den Finanzberichten
entfernt werden.
- Verhandlungsmacht: Bei Verhandlungen mit Regierungen ist die
finanzielle Stabilität des Auftragnehmers ein entscheidendes Kriterium.
Kein Staat vergibt ein 100-Millionen-Projekt an eine Firma, die in drei
Monaten pleite sein könnte. Die gefüllte Kriegskasse signalisiert Jakarta
und der Weltbank: Wir sind bereit zu liefern.
- Investitionsfähigkeit: Das Kapital ermöglicht es Intermap, in
Vorleistung zu gehen (z.B. Mobilisierung von Flugzeugen), bevor die ersten
Meilensteinzahlungen fließen.
2.3 Management und Aktionärsstruktur
Ein Blick auf die Aktionärsstruktur zeigt eine
interessante Dynamik. Patrick Blott, der CEO, hält einen signifikanten Anteil
von über 8,5% (ca. 6,2 Millionen Aktien). Dies sorgt für eine starke
Interessensgleichrichtung ("Skin in the Game") mit den freien
Aktionären. Institutionelle Investoren sind noch unterrepräsentiert (ca. 2,3%),
was typisch für Microcaps ist, aber auch Raum für zukünftiges Kaufinteresse
lässt, sobald die Marktkapitalisierung steigt und die Risiken sinken.
Die Verwässerung (Dilution) der Altaktionäre durch die
Kapitalerhöhung war schmerzhaft – die Anzahl der ausstehenden Aktien stieg um
35%. Doch in der Abwägung zwischen Verwässerung und Insolvenz war dies der
einzig rationale Schritt. Nun muss das Management beweisen, dass es das frische
Kapital effizient allozieren kann, um den Unternehmenswert über den
Verwässerungseffekt hinaus zu steigern.
3. Der technologische Burggraben: Physik schlägt Hype
In einer Zeit, in der KI und Software oft im
Mittelpunkt stehen, basiert Intermaps Vorteil auf harter Physik. Um die
Wahrscheinlichkeit des Indonesien-Deals zu bewerten, müssen wir verstehen,
warum Intermaps Technologie (IFSAR) für dieses spezifische Szenario
konkurrenzlos ist.
3.1 Das Tropen-Paradoxon: Wolken und Vegetation
Indonesien liegt am Äquator, im Herzen der
innertropischen Konvergenzzone (ITCZ). Dies bedeutet:
- Permanente
Bewölkung: Satelliten, die
im optischen Spektrum arbeiten (wie Google Earth, Maxar), sind für
topographische Kartierungen oft nutzlos, da sie den Boden vor lauter
Wolken nicht sehen.
- Dichte Vegetation: Selbst wenn keine Wolken da sind, bedeckt
dichter Regenwald den Boden. Ein einfaches Radar oder Foto sieht nur die
Baumkronen (Digital Surface Model - DSM). Für Infrastrukturplanung
(Straßen, Dämme, Entwässerung) benötigt man aber das Gelände unter
den Bäumen (Digital Terrain Model - DTM).
3.2 IFSAR: Die Goldlöckchen-Lösung
Intermap setzt auf Airborne IFSAR (Interferometric
Synthetic Aperture Radar). Diese Technologie nutzt Radarwellen, die von
Flugzeugen (Learjets) ausgesendet werden.
- Wolken-Durchdringung: Radarwellen durchdringen Wolken, Nebel und Rauch
mühelos. Intermap kann also auch während der Monsunzeit fliegen und Daten
sammeln, während optische Satelliten blind sind.
- Foliage
Penetration (Fopen): Intermaps Sensoren nutzen oft X-Band (für
Oberflächendetails) in Kombination mit P-Band oder speziellen Algorithmen,
um durch das Blätterdach zu dringen und den Boden zu modellieren. Dies ist
der entscheidende Unterschied zu Standard-Satellitenradar.
3.3 Der Vergleich: IFSAR vs. LiDAR vs. Satelliten
Warum nutzt Indonesien nicht einfach LiDAR oder
Satelliten? Hier kommt die Kosten-Nutzen-Analyse ins Spiel. Für den geforderten
Maßstab von 1:5.000 ist IFSAR die einzige Technologie, die das Projekt im Zeit-
und Kostenrahmen halten kann. LiDAR wäre der "Rolls Royce", aber
Indonesien braucht eine Flotte von robusten Geländewagen. Satelliten sind zu ungenau.
Genau hier liegt Intermaps Burggraben: Sie besetzen die Nische der
"Country-Scale Precision Mapping".
Die Tatsache, dass Intermap bereits Phase 1
erfolgreich abgeschlossen hat und dabei die technischen Spezifikationen
übertroffen hat, ist der stärkste Beweis für die Überlegenheit dieser
Technologie in diesem spezifischen Kontext.
4. Das Indonesien-Projekt (ILASPP)
Dies ist der Kern der Investitionsthese. Das
"Integrated Land Administration and Spatial Planning Project"
(ILASPP) ist nicht einfach nur ein Kartenprojekt. Es ist ein fundamentaler
Baustein der indonesischen Staatsreform.
4.1 Makroökonomischer Treiber: Warum jetzt?
Indonesien steht unter enormem Druck.
- Die
Hauptstadt-Verlagerung: Jakarta versinkt im Meer und erstickt im
Verkehr. Die Regierung baut eine neue Hauptstadt, Nusantara, auf
der Insel Borneo (Kalimantan). Dies ist eines der größten
Infrastrukturprojekte der Weltgeschichte. Man kann keine neue Stadt in den
Dschungel bauen, ohne exakt zu wissen, wo das Wasser fließt und wie steil
die Hänge sind.13
- Rechtssicherheit
und Investitionen: Ausländische
Investoren zögern oft, in Indonesien Land zu kaufen, weil Landtitel
unsicher sind (Überlappungen, Streitigkeiten). Die "One Map
Policy" soll eine einzige, rechtsverbindliche Karte schaffen
("Single Source of Truth"). Dies ist eine Vorbedingung für
weiteres Wirtschaftswachstum.
- Katastrophenschutz: Indonesien liegt auf dem "Ring of
Fire". Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis sind häufig. Präzise
Höhenmodelle sind essenziell für Evakuierungspläne und Risikomodellierung.
4.2 Projektstruktur und Finanzierung durch die
Weltbank
Das Projekt wird massiv von der Weltbank unterstützt
(Darlehen Nr. P180860). Das Gesamtvolumen des ILASPP wird oft mit 200 Millionen
USD assoziiert, wobei die Kartierungskomponente ein zentraler Teil davon ist.
Wichtige Fakten aus den Beschaffungsdokumenten:
- Finanzierung: Da die Weltbank involviert ist, sind die
Zahlungen (sobald der Vertrag unterzeichnet ist) sicher. Das
Währungsrisiko (Indonesische Rupiah vs. USD) ist minimiert, da
Weltbank-Projekte oft in Hard Currency abgewickelt oder abgesichert
werden.
- Transparenz: Die Weltbank verlangt strenge Vergaberichtlinien
("International Open Competitive Procurement"). Das ist Fluch
und Segen zugleich. Segen, weil es Korruption erschwert. Fluch, weil es
die Prozesse verlangsamt und komplexe bürokratische Hürden aufbaut.
4.3 Phase 1: Der Proof-of-Concept auf Sulawesi
Intermap gewann im Januar 2024 den Auftrag für Phase
1: Die Kartierung der Insel Sulawesi für 20 Millionen USD.
- Partner: Intermap arbeitete exklusiv mit PT Pratama
Persada Airborne (PPA) zusammen. PPA ist eine Tochtergesellschaft
eines staatlichen Unternehmens (SOE).
- Performance: Das Projekt wurde 2024/2025 durchgeführt.
Intermap lieferte Daten, die die Erwartungen übertrafen.
- Insight: In der Welt der Regierungsaufträge ist
"Past Performance" der wichtigste Indikator. Dass Intermap in
einem der schwierigsten Terrains der Welt (Sulawesi ist extrem gebirgig
und zerklüftet) geliefert hat, gibt ihnen einen massiven Vertrauensvorschuss
bei der indonesischen Behörde BIG (Badan Informasi Geospasial).
4.4 Phase 2: Die aktuelle Ausschreibung und die
Verzögerung
Hier liegt der aktuelle Schmerzpunkt für Investoren.
Intermap hat Angebote für alle vier Lose der nächsten Phase eingereicht
(Sumatra, Kalimantan, etc.). Eine Entscheidung wurde ursprünglich für Ende 2025
erwartet.
Status Quo (Januar 2026):
Die Entscheidung wurde vertagt. In einer
Pressemitteilung vom 18. Dezember 2025 gab Intermap bekannt, dass das
Auswahlkomitee das Datum für die nächste Phase um "zwei Wochen"
verschoben hat, um "weitere Überprüfungen und Koordination" zu
ermöglichen. Faktisch bedeutet dies, dass der Prozess tief in das erste Quartal
2026 rutscht.
4.5 Die Partnerschaft mit PPA: Der strategische Hebel
Die exklusive Partnerschaft mit PT Pratama Persada
Airborne (PPA) ist Intermaps Ass im Ärmel.
- Local Content: Indonesien hat strenge Vorschriften bezüglich
lokaler Wertschöpfung ("Tingkat Komponen Dalam Negeri" - TKDN).
Ein ausländisches Unternehmen kann kaum alleine gewinnen.
- Politischer
Rückhalt: Als SOE-Tochter
ist PPA politisch vernetzt und genießt das Vertrauen der Regierung.
- Logistik: PPA stellt die lokale Logistik, Genehmigungen
(Fluggenehmigungen in Indonesien sind notorisch schwierig zu erhalten) und
Bodenpersonal.
Diese Allianz schafft eine Barriere für Wettbewerber,
die versuchen könnten, "solo" oder mit schwächeren lokalen Partnern
in den Markt einzutreten.
5. Analyse der Gewinnwahrscheinlichkeit
Kommen wir zur Kernfrage Ihrer Anfrage: Wie stark
ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Deal bekommen?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die
Wettbewerbslandschaft und die Incentives der Entscheidungsträger analysieren.
5.1 Die Wettbewerber
Wer könnte Intermap gefährlich werden?
- Fugro
(Niederlande):
- Profil: Ein globaler Riese im Bereich Geo-Data, stark
im maritimen Sektor und Offshore-Gas (Eni-Deal in Indonesien).
- Bedrohung: Fugro hat tiefe Taschen und eine starke Präsenz
in Indonesien. Sie könnten versuchen, über den Preis in den Markt zu
drängen.
- Schwäche: Fugros Landkartierungstechnologie (RAMMS) basiert oft auf LiDAR. Wie oben analysiert, ist LiDAR für landesweite Flächen in den Tropen oft zu ineffizient. Fugro müsste seine Strategie massiv anpassen, um IFSAR zu schlagen. Zudem ist Fugro primär ein maritimes Unternehmen, während ILASPP ein Landprojekt ist.
- Pasco Corporation
(Japan):
- Profil: Hatte 2010-2014 Projekte in Sumatra
durchgeführt. Historisch stark durch japanische Entwicklungshilfe (JICA).
- Bedrohung: Japan hat traditionell starken geopolitischen
Einfluss in Indonesien. Pasco kennt das Terrain.
- Schwäche: Ihre Technologiebasis in früheren Projekten war oft eine Mischung aus Satellitenradar und Flugzeugen. Intermap argumentiert, dass ihre integrierte End-to-End-Lösung (Datenerfassung + KI-Verarbeitung) schneller und homogener ist. Zudem fehlt Pasco möglicherweise der exklusive Zugriff auf einen Partner wie PPA in der aktuellen Konstellation.
- Hexagon (Schweden)
/ Leica Geosystems:
- Profil: Führender Sensorhersteller.
- Bedrohung: Eher als Lieferant von Sensoren an lokale
Firmen, weniger als direkter Service-Provider für landesweite Kampagnen.
5.2 Synthese der Wahrscheinlichkeit
Ich bewerte die Wahrscheinlichkeit wie folgt:
- Szenario 1: Voller
Gewinn oder signifikanter Mehrheitsanteil (>70% der Lose).
- Wahrscheinlichkeit:
65% - 75%.
- Rationale: Intermap ist der Amtsinhaber (Incumbent). Sie
haben Phase 1 erfolgreich geliefert. Ihre Technologie ist der "Fit
for Purpose" Standard. Sie haben den stärksten lokalen Partner
(PPA). Ein Wechsel des Anbieters würde das Risiko der Dateninkompatibilität
(Sulawesi vs. Borneo) massiv erhöhen. Beamte sind risikoavers; sie wählen
selten einen neuen Anbieter, wenn der alte funktioniert hat.
- Szenario 2:
Split-Award (Intermap bekommt 1-2 Lose, Wettbewerber den Rest).
- Wahrscheinlichkeit:
20% - 25%.
- Rationale: Um Abhängigkeiten zu vermeiden ("Vendor
Lock-in") und der Weltbank Wettbewerb zu signalisieren, könnte BIG
entscheiden, das Risiko zu streuen. Dies wäre finanziell immer noch sehr
positiv für Intermap, aber kein "Company Maker" im extremen
Sinne.
- Szenario 3:
Verlust (Kein Zuschlag).
- Wahrscheinlichkeit:
<10%.
- Rationale: Dies würde nur passieren, wenn Intermap einen
katastrophalen Fehler im Angebot gemacht hätte oder wenn geopolitische
Gründe (z.B. massiver Druck aus China oder Europa zugunsten anderer
Akteure) überwiegen würden. Angesichts der erfolgreichen Phase 1 ist dies
unwahrscheinlich.
Fazit zur Wahrscheinlichkeit: Die
Wahrscheinlichkeit für einen substanziellen Gewinn ist sehr hoch. Das
Hauptrisiko ist nicht der Verlust, sondern die Zeit. Eine Verzögerung
bis Mitte 2026 würde die Geduld der Investoren auf eine harte Probe stellen.
6. Das Malaysia-Projekt (Sabah): Ein strategisches
Signal
Im Schatten der Indonesien-Diskussion hat Intermap im
Dezember 2025 einen wichtigen Sieg im Nachbarland Malaysia errungen.
- Das Projekt: Lieferung von digitalen Höhenmodellen (DEM) für
den Bundesstaat Sabah (auf Borneo!) für das nationale
Hochwasservorhersage- und Warnprogramm.
- Der Kunde: Department of Irrigation and Drainage (DID)
unter dem Ministerium für Energiewende.
- Strategische
Relevanz:
- Validierung: Es beweist, dass Intermaps Daten nicht nur für
Landtitel, sondern auch für Klimaresilienz essenziell sind.
- Geographie: Sabah liegt auf der gleichen Insel wie die neue
indonesische Hauptstadt Nusantara. Der Erfolg in Sabah ist eine direkte
Referenz für die Projekte auf der indonesischen Seite der Grenze.
- Anwendung: Der Fokus auf Hochwasser ("Flood
Mapping") verbindet das Regierungsgeschäft direkt mit Intermaps
Versicherungsgeschäft. Es zeigt, dass die zugrundeliegenden Daten
("Build Once") mehrfach monetarisierbar sind ("Sell
Twice").
7. Der schlafende Riese: Das Versicherungsgeschäft und
KI
Während der Markt auf Regierungsaufträge starrt, baut
Intermap still und leise ein skalierbares Software-Geschäft auf.
7.1 Der "Risk Assistant"
Intermap hat eine KI-gestützte Plattform entwickelt,
die Versicherern hilft, Naturkatastrophenrisiken (insb. Flut) präzise zu
bewerten.
- Das Problem: Traditionelle Flutkarten basieren oft auf
veralteten Regierungsdaten oder groben Postleitzahl-Modellen.
- Die Lösung: Intermap nutzt seine eigenen, hochauflösenden
3D-Daten, um physikalische Modelle zu berechnen. Fließt das Wasser bei
einem Starkregen in den Keller dieses spezifischen Hauses?
- Traction: Im Q3 2025 wuchs der kommerzielle Umsatz um 37%.
Ein einzelner Upsell bei einem führenden US-Versicherer brachte 2,25
Millionen USD ein.
7.2 Warum das wichtig für die Bewertung ist
Regierungsaufträge werden an der Börse oft mit
niedrigen Multiples (z.B. 1x Umsatz) bewertet, weil sie unregelmäßig sind.
Software-Abonnements (SaaS) werden mit hohen Multiples (z.B. 5-10x Umsatz)
bewertet.
Wenn Intermap beweisen kann, dass ein signifikanter
Teil des Umsatzes (z.B. >10 Mio. USD) aus wiederkehrenden
Versicherungsverträgen kommt, würde dies eine Neubewertung der Aktie (Multiple
Expansion) auslösen, unabhängig von Indonesien.
8. Finanzielle Modellierung und Szenarien
Das Management hat für 2026 eine Guidance von 30 -
35 Millionen USD Umsatz bei einer EBITDA-Marge von 28% ausgegeben.17
Lassen Sie uns diese Zahlen in den Kontext setzen:
|
Metrik |
2026 Guidance (Management) |
Implizite Bewertung (bei aktuellem Kurs) |
|
Umsatz |
30 - 35 Mio. USD |
EV/Sales ca. 2,5x - 3,0x |
|
EBITDA |
8,4 - 9,8 Mio. USD |
EV/EBITDA ca. 8x - 10x |
Mit 23,3 Mio. USD Working Capital und einem operativen
Cashflow, der sich der Gewinnschwelle nähert (oder diese bei Projekteingang
überschreitet), hat Intermap einen "Runway" von mindestens 24
Monaten, selbst ohne massive neue Projekteinnahmen, sofern sie die Kosten
kontrollieren. Die akute Gefahr einer weiteren Verwässerung ist daher für 2026
gering, es sei denn, sie benötigen Working Capital für einen gigantischen
Projektgewinn (was ein Luxusproblem wäre).
9. Risikofaktoren: Was kann schiefgehen?
Keine Analyse ist vollständig ohne den Blick auf die
Abgründe.
- Verzögerungs-Tod: Wenn die indonesische Regierung die Entscheidung
bis Ende 2026 verschleppt, werden die Fixkosten die Cash-Reserven
aufzehren. Die Aktie würde langsam ausbluten ("Bleed out").
- Politisches
Risiko: Indonesien ist
stabil, aber Regierungswechsel oder Änderungen in der Prioritätensetzung
(z.B. Budgetkürzungen zugunsten von Subventionen) können Projekte über
Nacht stoppen.
- Währungsrisiken: Obwohl viele Verträge in USD sind, operiert
Intermap global (Kanada, USA, Indonesien, Malaysia, Europa).
Währungsschwankungen können die Margen belasten.
- Technologische
Disruption: Langfristig
könnten neue Satellitentechnologien (z.B. Konstellationen von billigen
SAR-Satelliten wie ICEYE oder Capella Space) den Preisdruck erhöhen.
Intermap muss seine KI-Verarbeitung als Differenzierungsmerkmal stärken,
nicht nur die Datenerfassung.
10. Zusammenfassung und Handlungsempfehlung
Intermap Technologies ist kein Investment für schwache
Nerven. Es ist eine klassische "Special Situation".
Die Faktenlage:
- Technologie: Validiert und marktführend für den spezifischen
Anwendungsfall (Tropen/Nationwide).
- Finanzen: Stabilisiert durch Kapitalerhöhung, keine
unmittelbare Insolvenzgefahr.
- Indonesien: Wahrscheinlichkeit des Gewinns sehr hoch
(>70%), aber Timing unsicher (Q1/Q2 2026).
- Diversifikation: Versicherungsgeschäft wächst und validiert die
Datenqualität.
Die subjektive Einschätzung (Analysten-Meinung):
Der Markt verhält sich irrational pessimistisch
aufgrund der Verzögerung. Er ignoriert, dass Verzögerungen bei
Weltbank-Projekten die Norm, nicht die Ausnahme sind. Die Partnerschaft mit PPA
und die erfolgreiche Phase 1 sind fundamentale Anker, die von der kurzfristigen
Volatilität nicht weggespült werden.
Fazit:
Für Investoren, die bereit sind, Volatilität zu
ertragen und einen Zeithorizont von 12-24 Monaten haben, bietet Intermap ein
attraktives Chancen-Risiko-Verhältnis. Der aktuelle Kurs um 1,65 CAD erscheint
als attraktiver Einstiegspunkt, solange man sich bewusst ist, dass man hier auf
den Ausgang eines Regierungsbeschaffungsprozesses wettet.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Intermap den Deal
bekommt, ist hoch. Die Geduld der Investoren wird jedoch die Währung
sein, mit der dieser Gewinn bezahlt werden muss.
Aktueller Kurs 1,65 CAD$.
Mein Kursziel für die nächsten 3 Jahre liegt bei 4,14
CAD $ (+151%).
Mein Grundgedanke beim investieren ist, eine Aktie
günstiger zu kaufen, als sie eigentlich Wert ist. Ich arbeite dabei mit einem
„fairen KGV“ - (KGV - Kurs-Gewinn-Verhältnis), das den fairen Wert einer Aktie
wieder spiegeln soll. Wenn für ein Unternehmen ein faires KGV von 15 berechnet
wird und aktuell an der Börse für ein KGV von 10 gehandelt wird, dann wäre es
ein günstiger Kauf. Je größer die Kluft zwischen fairen und aktuellen KGV,
desto günstiger liege ich im Einkauf! Aus dieser „Kluft“ berechne ich das
Potential für zukünftige Kursgewinne, da früher und leider manchmal auch
später, der Aktienmarkt das „faire KGV“ erkennt.
Das "faire KGV" liegt hier nach meinen Berechnungen bei 22,7
Mein Anlagestil ist eine Mischung aus Value-/Momentum Investor. Aufgrund der fundamentalen Daten (VALUE) und der Kursentwicklung der letzten 52 Wochen (MOMENTUM) gehört die Aktie aktuell zu meinen TOP 25 Aktien. Das sind die Werte, bei den ich mittelfristig (1-3 Jahre) die höchsten Chancen auf starke Kursgewinne sehe. Diese Werte kaufe ich auch in meinen wikifolios und bei FollowMyMoney.
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Entscheidend ist die volle Konzentration auf das nächste As, anstatt sich über
den letzten Doppelfehler zu ärgern.“ A.
Gerstenberger
Disclaimer / Haftungsausschluss
Dieser Text wurde teilweise mit KI Anwendungen
erstellt.
Alle Inhalte dienen nur zur Information und stellen
keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren
oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Selbstverständlich
bemühe ich mich, die Fakten nach bestem Wissen und Gewissen zu präsentieren,
aber sie können trotzdem ganz oder teilweise falsch sein.
Daher gilt: Ich übernehme keinerlei Haftung für
Anlageentscheidungen, die Sie aufgrund der hier präsentierten Informationen
treffen.
Interessenkonflikt: Der Autor dieser Publikation hält
zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien/Wertpapiere der hier besprochenen
Werte/Unternehmen und hat die Absicht, diese je nach Marktsituation zu
veräußern und könnte dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität
profitieren. Hierdurch besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt.
